13.04.2018 - 18:18 Uhr
WaidhausOberpfalz

Brummi-Stau bremst Autohändler aus Verfahrene Situation

Autohändler Michael Mages ist frustriert. Wenn sich die Brummis beim Autohof in Waidhaus stauen, kommt kein Kunde zu ihm durch. Hoffnung auf schnelle Abhilfe hat der Händler mittlerweile nicht mehr.

So sieht es aus, wenn die Lage entspannt ist. Allerdings gibt es laut Autohändler Michael Mages oft kein Durchkommen zu seinem Firmengelände (links im Bild). Rangierende und im Halteverbot parkende Lkw versperren Kunden und ihm selbst den Weg. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

"Heute geschlossen". Bei Stoßzeiten und einem Rückstau bis zur Autobahn A 6 müsse er eigentlich dieses Schild aufstellen, meint Autohändler Michael Mages. Er ist massiv enttäuscht. Einerseits besitzt er ein fast 11 000 Quadratmeter großes Gelände unmittelbar an der Autobahn A 6, mit dem er reihenweise Kunden anlockt, für das er aber auch gutes Geld bezahlte (35 Euro pro Quadratmeter). Andererseits stehen die an Gebrauchtwagen interessierten Leute mehrmals im Monat vor einem unüberwindbaren Brummi-Stau am Waidhauser Autohof. Mages: "Diese Situation ist absolut geschäftsschädigend."

Parken im Halteverbot

Mehrere Gespräche mit Verantwortlichen haben bisher zu keiner Lösung geführt. Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht hat jetzt die Vertreter von Binnenzollamt, Verag-Spedition, Marktgemeinde, Polizei und Autohändler zusammengeholt. Grund für die immer wieder chaotischen und äußerst heiklen Situationen sind zu viele parkende und rangierende Sattelzüge auf einer zu kleinen Fläche. Regelmäßig wird das Mages-Gelände von Lkw, die zum Binnenzollamt oder zum Verag-Spediteur wollen, zugeparkt, obwohl dies eigentlich ein beidseitig absolutes Haltverbot ausschließt. Drei Mal rückte die Polizei in dieser Woche an, um die Blockaden zu entzerren. "Die Verkehrssicherheit ist erheblich behindert", betont Martin Zehent von der Polizeiinspektion Vohenstrauß. Auch stellvertretender Polizeihauptkommissar Thomas Meiler ist vor Ort.

Die hochwertige, 150 000 Euro teure Zaunanlage des Autohändlers und das große Einfahrtstor, das 30 000 Euro gekostet hatte, wurden schon mehrmals von Sattelzügen angefahren und ramponiert. Mages: "Eigentlich müsste ich von der Marktgemeinde Schadensersatz fordern." 1998 wurde das Gebiet am Autohof als Sondergebiet erschlossen. Damals wurde auch ein Regenrückhaltebecken angelegt. Als der Bauantrag der Verag-Spedition auf Erweiterung des Parkplatzes auf den Tisch kam, hieß es, dass das Regenrückhaltebecken nicht mehr ausreiche. Die Gemeinde soll eine Sedimentationsanlage bauen, die das schmutzige Oberflächenwasser der Lkw reinigt. Vorher darf der österreichische Spediteur Johann Luxbauer den Parkplatz nicht vergrößern.

Unabhängig davon entstehen in wenigen Tagen zwei parallel zur Zufahrtsstraße verlaufende Fahrspuren, die den Lkw-Verkehr direkt auf das Gelände der Verag leiten sollen. Diese könnten sogar im Freistellungsverfahren gebaut werden, berichtet Bürgermeisterin Margit Kirzinger. Mittlerweile habe sie beim Landratsamt erreicht, dass Luxbauer die Parkplatzerweiterung umgehend in Angriff nehmen kann. Mit der Inbetriebnahme müsse er allerdings warten, bis die Marktgemeinde mit dem Bau der Sedimentationsanlage so weit sei. Kirzinger zeigt sich zuversichtlich, dass sich der untragbare Zustand ändere.

Weitere Parkplätze

Luxbauer hat den Auftrag für die 4000 Quadratmeter große Parkplatzerweiterung bereits erteilt. Bisher umfasst das Gelände rund 12 000 Quadratmeter. Auf dem unmittelbar angrenzenden Verag-Bereich am Binnenzollamt sind zwölf ausgewiesene Amtsparkplätze vorhanden. "Das reicht uns langfristig", versichert Sachgebietsleiter Jürgen Pollerspöck vom Hauptzollamt. Rupprecht will wissen, wie oft die Kapazität des Areals erschöpft sei. Die Aussagen gehen weit auseinander. Während der Spediteur die Überlastung an den Feiertagen in Deutschland festmachen will, spricht Mages von mindestens zehn Mal im Monat. Das Lkw-Aufkommen steigt seiner Ansicht nach kontinuierlich an. Zehent versprach zumindest künftig strenge Kontrollen des Sonntagsfahrverbots. Denn laut Mages fahren die Sattelzüge auch sonntags von Tschechien kommend unvermindert auf den Autohof.

Meiler schlug eine Art Verkehrsleitsystem vor. Es soll Lastwagenfahrern auf der Autobahn A 6 anzeigen, wenn die Parkplätze belegt sind und sie folglich nicht mehr bei Waidhaus ausfahren dürften. In diesem Punkt kann sich Rupprecht vorstellen, mit Tschechien ein grenzüberschreitendes Paket zu schnüren. Schließlich seien auch im Nachbarland die Autobahnrastplätze längst erschöpft. Würden diese Vorschläge schnell umgesetzt, sähe Mages durchaus eine gewisse Entzerrung. Bis dahin hofft er, dass es nicht zu einem Unglück oder Brandfall auf diesem Gelände kommt und Rettungskräfte anrücken müssen: "Da gibt es kein Durchkommen. Alle Rettungswege sind verstellt und zugeparkt."

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp