09.02.2018 - 16:16 Uhr
Waidhaus

Fasching-Ausackern in Waidhaus Narren vorm Rathaus

Obwohl sich das Geschehen immer nur wiederholt, steigt das Interesse am Fasching-Ausackern von Jahr zu Jahr. Der Kirchplatz dient diesmal sogar als Tanzparkett.

Auf ein prall gefülltes Säckchen von Markt-Kassiererin Christine Hönig-Seer freut sich Hermann Mack nach dem Wortgefecht mit Bürgermeisterin Margit Kirzinger (vorne, von rechts). Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Die Chefin der Damen-Big-Band übernahm mit einer agilen Helferschar für den "Nasch'n Pfinsta" die Organisation des langgehegten Faschingsbrauchtums. Vor allem durfte Simone Dietl auf die Mithilfe von Musikvereinsleiter Hermann Mack vertrauen. Überhaupt kamen viele Musikanten, um den Fastnacht-Endspurt einzuläuten.

Die bunt gemischte Schar traf sich zur Einstimmung im Partyraum der Gastwirtschaft "Haus am Eck" bei Familie Hösl. Draußen parkte derweil ein Oldtimer-Bulldog mit einem noch älterem Pflug an der Deichsel, um dem Geschehen optisch Ausdruck zu verleihen. Dann formierte sich der kleine Zug und zog entlang der Hauptstraße zum Rathaus. Florian Mack steuerte als Letzter das mit vielen bunten Luftballons dekorierte Oldtimer-Gespann.

Laut trällerten die Instrumentalisten Marschstücke, die jedoch immer wieder vom kräftigen Waidhauser Karnevalsruf "Heng, heng - leck, leck" unterbrochen waren. Immer wieder gab es von irgendwoher auch den Nachsatz zu hören: "Wer einmal leckt, der weiß wie's schmeckt - der leckt die ganze Bude weg."

Dazu schlug Mack nicht nur die große Trommel, sondern übernahm auch die Verhandlungen bei der Ankunft vor dem Rathaus mit Margit Kirzinger. Die Bürgermeisterin freute sich bereits auf der Zeremoniell und empfing den Narrenhaufen im Kostüm einer Waidhauser Honigbiene. Ihr gleich taten es die Bediensteten der Gemeinde und genossen das frohe Treiben in verschiedenen Verkleidungen. Die Übergabe von Rathausschlüssel und Marktkasse ging mit allerlei Späßen einher.

Als Mack beides endlich in Besitz gebracht hatte, hängte sich alles ein und schunkelte in einer langen Reihe zwischen Pfarrkirche und Gemeindezentrum. Da machte der ganz junge Nachwuchs keine Ausnahme, und Ernst Gilch schwenkte dazu die kurz zuvor noch schnell gebastelte Fahne, auf der für alle sichtbar in großen Buchstaben der örtliche Narrenruf stand. Immer mehr Teilnehmer strömten währenddessen auf den Kirchplatz, um am außergewöhnlichen Ereignis teilzuhaben. Fast ausnahmslos handelte es sich dabei um Maskierte.

Als die Kapelle einen Walzer anstimmte, nutzte der Musikerchef die Chance und forderte die Bürgermeisterin zu einem Tänzchen auf. Die umstehenden Zaungäste klatschten dazu im Takt und verfolgten jeden Schritt des Paars. Simone Dietl nutzte darüber hinaus die Gelegenheit, und hielt allen Zuschauern ihren selbst gebastelten Klingelbeutel für eine "Finanzierung der langen Nacht" unter die Nase. Weitere Tanzpaare gesellten sich hinzu und machten aus dem Pflaster ein Parkett.

Mit wehmütigen Sprüchen nahmen die "Ausackerer" Abschied vom Rathauspersonal und machten sich auf den Weg durch den Ortskern. Kein Geschäft, keine Bankfiliale und schon gar kein Wirtshaus konnte der Herde entkommen. Zur freundlichen Aufnahme gehörte überall eine Begrüßung mit Schnaps, und teilweise gab es auch etwas Essbares. Bis weit hinein in die Nacht ging dieses Treiben, wobei sogar dem "Seniorenhaus im Naturparkland" ein fröhlicher Besuch abgestattet wurde.

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