Generalsanierung der Glockenalage der Barbara-Kapelle
Es läutet wieder in Hagendorf

Die Glocke läutet wieder: Stellvertretend zeigen Josef Reber (für das Dorf) und Bürgermeisterin Margit Kirzinger (für die Marktgemeinde Waidhaus) auf das gemeinsam ausgeführte Gewerk. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
28.08.2017
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Am Nachmittag ging Uli Theiß extra von Haus zu Haus und informierte über den Ausfall der Abendmesse. Doch dann läutet es trotzdem und im ganzen Dorf herrscht Aufregung.

Hagendorf. Nur gut gemeint hatte es Josef Reber, als er Bürgermeisterin Margit Kirzinger den Klang der Glockenanlage demonstrieren wollte. Weil der Kapellenpfleger aber genau jene Viertelstunde vor dem üblichen Beginn der Abendmesse erwischte, kamen mehrere Bewohner in Windeseile zur Dorfmitte.

Die einen wollten wissen, was los ist, andere bekräftigten die Absage. Schnell glätteten sich die Wogen. Nachdem die Anlage während der vergangenen beiden Jahre stets für Ärger gesorgt hatte, überwog nun die Freude über eine tadellose Reparatur.

Glockenanlage saniert

Bürger und Markt haben das kostspielige Problem gemeinsam gelöst. Es wurde die gesamte Glockenanlage der Barbara-Kapelle saniert. Nur der Glockenkorpus blieb der Alte. Nach den guten Erfahrungen mit dem neuen Glockenstuhl in Burkhardsrieth holten auch die Hagendorfer Alexander Lang und Stefan Gruber von der Firma "Glockentechnik Bayerwald". Zwei Tage dauerte die Erneuerung der rund einen Zentner schweren Glocke. Nun ist das im Jahr 1949 gegossene Exemplar in einem verzinkten Stahljoch torsionsfest eingebunden. Ein neuer Rundballenklöppel mit Stahlschraube in zwei Spezial-Kugellagern verhindert ein Verdrehen beim Anschlag.

Kettenantrieb und Zugrad sind aus Profistahl. Die elektronische Steuerung kostete fast 700 Euro. Die Wahl fiel auf eine Mikroprozessorschaltung mit stufenloser Läutewinkeleinstellung zur exakten Intonation der Glocke. Eine separate Ausrüstung mit Start- und Bremsparameter schafft die Voraussetzungen für jenen harmonischen Anklang.

Hagendorfer packen an

Die beiden Experten passten auch die Motorleistung exakt an das Gewicht der alten Hagendorfer Glocke an. Wichtig war ihnen ein bauwerkschonendes Läuten. Als Grundlage dafür fand ein neuer Drehstrommotor mit Starkstrom Verwendung. Ein digitaler Messsensor sorgt als Signalgeber für die Regeleinheit.

Die Hagendorfer unterstützten das Vorhaben. Josef Puff stellte seine Arbeitskraft mitsamt Traktor in den Dienst und die Firma Voit schickte eine Teleskoplader dazu. Josef Reber übernahm das Ziehen der Kabeln und die Arbeiten am Verteilerkasten. Knapp 3300 Euro ließ sich der Markt die neue Anlage kosten. "Es gelang alles hervorragend", bestätigte Kirzinger bei der Übergabe.
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