30.06.2017 - 15:46 Uhr
WaidhausOberpfalz

Goldenes Priesterjubiläum von Georg Hartl Einmaliger Feiertag in Waidhaus

Seit 1997 ist Georg Hartl Pfarrer in Waidhaus. Der Grund für das große Fest am Donnerstag ist jedoch ein ganz anderer.

So ziemlich halb Waidhaus feierte den festlichen Dankgottesdienst zum goldenen Priesterjubiläum ihres Ortsseelsorgers Pfarrer Georg Hartl in der neu gestalteten Emmeramskirche mit. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

(fjo) Vor 50 Jahren war es auch ein Donnerstag, allerdings noch ein staatlicher Feiertag, als Pfarrer Hartl am 29. Juni 1967 mit weiteren 22 Diakonen im Dom St. Peter in Regensburg von Bischof Rudolf Graber die Priesterweihe empfing. Danach war er zunächst drei Jahre als Kaplan in Mainburg in der Holledau unweit seines Geburtsorts. Nächste Station war Straubing, wo er neun Jahre als Präfekt tätig war. Am 1. September 1979 wurde ihm die Pfarrei Herz Jesu in Teublitz übergeben. Dort wirkte er 18 Jahre, bevor nach Waidhaus kam.

Einen Feiertag machten die Waidhauser nun am Donnerstagabend trotzdem wieder daraus, wenn auch nur einmalig. "Da machen wir kein großes Theater um den Pfarrer, sondern eine große Danksagung an Gott", hatte der Seelsorger wegen des Jubiläums gebeten. Der Einladung zum Dankgottesdienst folgte jedoch mindestens "halb Waidhaus" und auch die Familie aus Kirchdorf in Niederbayern. Gerlinde Gläser dirigierte das "Große Vereinsorchester" zum "Te Deum" beim Einzug über den Blumenteppich in die Emmeramskirche nach dem Kirchenzug mit allen Fahnenabordnungen und Vereinen des Grenzorts.

Das Gospellied "Amazing Grace" stellte Pfarrer Hartl dabei als Ausdruck der "erstaunlichen Größe Gottes" dar und sah darin eine "erstaunliche Gnade" und damit die "passende Hymne für heute". Auch Organist Karl Rauch sowie die Sänger Andrea Olbrich und Josef Dierl begleiteten die Messe. Ein halbes Jahrhundert im Dienst der Kirche brauche Wegweiser und Rastplätze, meinte Hartl. Seine 50 Jahre als "Diener in der Kirche" seien zudem vom Zweiten Vatikanischen Konzil und der Würzburger Synode geprägt worden. Nicht nur dadurch habe sich das Bild des Pfarrer gewandelt, weg von einem Pfarrherrn und hin zu einem Leiter, der es ermögliche, dass sich eine Pfarrgemeinde entwickeln und entfalten könne. Ein Pfarrer stehe nun auf Augenhöhe.

Im Namen aller kirchlichen Gremien und Einrichtungen sowie der Schulfamilie und Pfarrangehörigen übermittelte Pfarrgemeinderatssprecher Walter Kraus die "herzlichsten Glückwünsche". In persönlichen Worten zeichnete er ein umfassendes Porträt des Jubilars, durch den das Wort "bewegen" fast zu einem Markenzeichen für Waidhaus geworden sei. "Sie ziehen sich nicht zurück in eine Eigenwelt von Kirche und Sakristei, sondern bewegen sich mit ihren vielseitigen Fähigkeiten als Mensch unter Menschen. Dabei bewegen Sie sich nicht nur selbst, sondern bewegen auch Andere zum Mitmachen." So kenne man den Waidhauser Pfarrer nicht nur als Seelsorger und Religionslehrer, sondern ebenso als Fußwallfahrer, Sonntagsspaziergänger, Dauerläufer oder Heimatkundler. Zudem reiche der "Bewegungsradius" weit über Waidhaus hinaus.

"Und das Erlernen der tschechischen Sprache war für Sie auch mit 60 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit." Darüber hinaus mündet die große Zuneigung zur Musik in die Tat und dem Anschluss an die Bläsergruppe "Atemnot" als Waldhornspieler. Als Gsgeschenk überreichte Kraus im Namen von Katholischem Frauenbund, KiKo-Club, Ministranten, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat vier bemalte Holztafeln mit christlichen Motiven. "Sie haben all diese Herausforderungen insbesondere hier in Waidhaus bravourös gemeistert", sagte Bürgermeisterin Margit Kirzinger.

"Ihre stets freundliche Art und eine innige Zusammenarbeit sind bestens in Erinnerung, so sehr, dass sich alle Vereine keinen besseren Pfarrer wünschen", ergänzte Marktrat Ewald Zetzl. Das Schlusswort des Jubilars galt "jenen vielen Menschen heute, die nicht genannt worden sind. Anschließend waren alle bei einer Brotzeit auf dem Kirchplatz mit musikalischer Unterhaltung durch das "Große Vereinsorchester" willkommen. Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und Lektoren sangen unter Leitung von Karl Rauch ein Ständchen. Statt Geschenken hatte der Geistliche für Spenden für seine Freunde Otto Strauß in Bolivien und Dr. David Abdulai in Ghana gebeten, um den Menschen in diesen Ländern zu helfen.

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