17.08.2017 - 20:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Heimattreffen in Roßhaupt: Orchester und großer Chor musizieren Anfang September Wiedersehen in ehemaliger Kirche

Waidhaus/Roßhaupt. In Roßhaupt, der Partner- und Nachbargemeinde von Waidhaus, werden Anfang September Gäste aus ganz Deutschland erwartet. Das Wochenende, 2. und 3. September, steht ganz im Zeichen des Wiedersehens der ehemaligen Bewohner.

Die ehemalige Wenzelskirche ist nun zu einer Gedenkstätte geworden, in der vielfältige Veranstaltungen stattfinden. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Wer hätte jedoch vermutet, dass der heute so bekannte Ort nur eine ganz junge Geschichte hat. Alle intensiven Forschungen belegen ein Alter von lediglich 400 Jahren. Sämtliche älteren Quellen geben keinerlei Auskunft über eine frühere Existenz. Erst im so bezeichneten "Chodenurbar" von Weißensulz taucht der bedeutende Grenzort, der seit 1993 Partnergemeinde von Waidhaus ist, erstmals ins Licht der Geschichte.

Weitläufig ist das Gemeindegebiet mit den Ortschaften Nové Domky, Rozcesti, Scatá Katerina, Diana und Milire. Vor wenigen Tagen feierte einer der bekanntesten Ehemaligen, Augustinerpater Jordan Fenzl, sein diamantenes Priesterjubiläum. Der 87-Jährige kam in Roßhaupter Ortsteil Zirk zur Welt und wuchs mit drei Geschwistern in einer Bäckerfamilie auf und besuchte noch das Gymnasium in Mies (Stríbro), bis das dortige Internat 1945 aufgelöst wurde.

Um seine Ausbildung fortsetzen zu können, verließ er heimlich die Heimat und kam nach Weiden ins Studienseminar der Augustiner. Am 28. August 1953 legte er in Münnerstadt die Ewige Profess ab und empfing am 21. Juli 1957 in Würzburg die Priesterweihe. Auch wenn Pater Fenzl in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder seine ehemalige Heimat besuchte, wird er heuer leider nicht zum Treffen erwartet.

Sänger aus den Kirchenchören Waidhaus, Moosbach, Waldthurn, Roggenstein, Vohenstrauß und Eslarn übernehmen die musikalische Mitfeier des Festgottesdienstes, der am Samstag, 2. September, um 14 Uhr in der zur Gedenkstätte umgewidmeten Ortskirche beginnt. Die renovierte ehemalige Roßhaupter Kirche St. Wenzel ist heute keine Kirche mehr, sondern dient der religiösen Einkehr und Kulturveranstaltungen.

Ein Orchester begleitet den großen Chor. Sie musizieren als Augen- und Ohrenschmaus vorne im Altarraum. Der Festgottesdienst ist Teil des sudetendeutschen Heimattreffens der ehemaligen Ortseinwohner von Roßhaupt. In Vertretung von Pfarrer Georg Hartl feiert Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf die Messe gemeinsam mit Ruhestandsgeistlichem Josef Holesovsky aus Tachov. Am Sonntag, 3. September, schließt sich für die Teilnehmer ein gemeinsamer Friedhofsbesuch in der alten Heimat an.

Die Organisation des Heimattreffens liegt beim Ehepaar Helga und Heribert Kett aus Vohenstrauß. Die Erlaubnis für die Nutzung der ehemaligen Kirche gelang ohne viel Aufhebens. Sie ist im weitläufigen Roßhaupt nicht ganz einfach auszumachen. Am ehesten ist eine Anfahrt über die "Waidhauser Landstraße" und den "Alten Grenzübergang" sinnvoll. Die ehemalige Kirche befindet sich links der Hauptstraße - rückwärtig abgelegen auf einer leichter Anhöhe - hinter vorgelagerten profanen Gebäuden versteckt. Sie liegt unweit vom östlichen Ortsausgang bei der Bowling-Bar "Fortuna".

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