Jubiläumsausstellung Hagendorf in München
Cornelia sorgt für Staunen

Cornelia Stoffels (links) ist Teil der Waidhauser Geschichte, stellte Bürgermeisterin Margit Kirzinger erfreut fest.
Vermischtes
Waidhaus
19.05.2017
102
0

Der Cornelia-Schacht bei Hagendorf hat eine bewegte Geschichte. Die ist nun um ein weiteres Kapitel reicher.

Waidhaus/München. (fjo) Grundlegend änderte sich vor 50 Jahren der Abbau von Kali und Feldspat in der berühmten Grube Hagendorf-Süd. Bereits im Herbst 1964 gelangte das Gelände in den Besitz der Amberger Kaolinwerke in Hirschau. Um die Fördermenge zu erhöhen, fiel die Entscheidung zum Bau eines Schrägschachts ab der 93 Meter tiefer liegenden Sohle. Das Gewerk erfolgte groß dimensioniert, um eine tägliche Fördermenge von bis zu 250 Tonnen leisten zu können.

Als das Bauwerk sich der Fertigstellung näherte und sich die Inbetriebnahme abzeichnete, fehlte nur noch eines: Ein Name. Die Entscheidung fiel auf Cornelia-Schacht. Bis vor wenigen Jahren stand diese Bezeichnung in großen Buchstaben auf den längst leerstehenden Betriebsgebäuden. Auch der Name ist in allen Veröffentlichungen erwähnt und für die Nachwelt dokumentiert. Einzig der Umstand, dass wirklich eine Cornelia die Namensgeberin war, verschwiegen die Heimatkundler bislang.

Kindheitserinnerungen

Nicht nur die ehemaligen Bergleute Hans Troidl, Willibald Ebnet, Johann Rauch, Johann Eberlein, Rudi Theiß, Anton Moll senior und Erich Keck machten große Augen, als ihnen Dr. Rupert Hochleitner bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung mit Cornelia Stoffels die damalige Namenspatronin präsentierte. Auch Bürgermeisterin Margit Kirzinger staunte, und aus den Tagen ihrer gemeinsamen Kindheit ergab sich so manche Erinnerung. Als Tochter des damaligen Geschäftsführers Franz Stoffels durfte Cornelia Stoffels am 16. Mai 1967 im Alter von fünf Jahren die Taufe mit einer Flasche Sekt, die an einem Seil hängend, gegen die Felswand schlug, vornehmen.

1983 Schicht im Schacht

Später erreichte der Schacht das 115-Meter-Niveau mit einem Hauptfüllort in 120 Metern unter der Erdoberfläche. Der tiefste Punkt musste aber bei 135 Metern beendet werden, da eine enorm stark wasserführende Schicht plötzlich angebohrt war. Der letzte Förderkorb wurde am 29. Juli 1983 durch den Schacht transportiert. Während des Abbaus und noch viele Jahre nach der Stilllegung tauchten Kristalle und Mineralien hier in einer derartigen Vielfalt auf, dass Hagendorf zur "berühmtesten und mineralienreichsten Lagerstätte Bayerns" aufstieg.

Der langjährige Chemiker der Grube, Erich Keck, verfügte bislang über die größte Sammlung der dort gefundenen Exemplare. Bis heute sind 22 Kristalle aus Hagendorf belegt.

Die Übergabe an die Bayerischen Staatssammlungen ermöglichte die noch bis 31. Oktober bei den Münchner Pinakotheken währende Jubiläumsausstellung erst. Eine große Delegation aus Waidhaus war zum Eröffnungszeremoniell in die Landeshauptstadt eingeladen. Jeweils von 13 bis 17 Uhr ist die Schau außer montags geöffnet. Führungen können im Museum "Reich der Kristalle" gebucht werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.