Krieger- und Soldatenverein vor ungewisser Zukunft
Retten, was zu retten ist

Aus der vor zwei Jahren gewählten Vorstandschaft ist nur noch Franz Planner (vorne, Mitte) übrig geblieben. Archivbild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
09.01.2017
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Nur 15 Mitglieder kommen zur Jahreshauptversammlung des Krieger- und Soldatenvereins (KSV). Ihnen gelingt es nicht, einen neuen Vorstand auf die Beine zu stellen. Wie es weiter geht, ist ungewiss.

(fjo) Seit mehreren Monaten schifft der Traditionsverein in schwierigen Gewässern. Die für den Dreikönigstag anberaumten Neuwahlen waren deshalb zum Scheitern verurteilt. Im Gasthof "Alte Post" suchte der langjährige Vorsitzende Franz Planner immer wieder die Schuld bei sich selbst, bis Ludwig Bauriedl endlich das "Kind beim Namen" nannte: "Da wird nur um den heißen Brei herum geredet. Warum werden jene Quertreiber, die alles durcheinander gebracht haben, nicht offen angesprochen. Keiner von denen hat sich heute hierher gewagt."

Dennoch ängstigten sich die Versammlungsteilnehmer konkreter zu werden. Die Auslöser des Vereinstiefs seien jedoch innerhalb des vor zwei Jahren gewählten Vereinsausschusses und des Vorstands zu finden. "Man habe auf die falschen Personen gesetzt, auch ich", gestand Norbert Zitzmann. Viele hätten trotz der übernommenen Aufgabe die ganze Arbeit dem Vorsitzenden aufgebürdet, seien zu keinerlei Sitzungen gekommen und wären auch nie zu Aktivitäten bereit gewesen. Diese Dreistigkeit habe aber darin gegipfelt, dass sie den Vorsitzenden darüber hinaus noch ehrverletzend angingen und mit übler Nachrede überhäuften. Sichtlich berührt versuchte Planner mit der Situation fertig zu werden. Dennoch nötigte ihn Kreisvorsitzender Richard Berger vehement: "Du musst so lange als Vorsitzender kommissarisch weitermachen, bis du einen Nachfolger gefunden hast." Planner ließ die Gekommenen jedoch wissen: "Ich selbst lehne eine erneute Funktion als Vorstand und weitere Vereinstätigkeit ab. Ich habe in den letzten acht Jahren als Vorsitzender diese sogenannte Gemeinschaft KSV erlebt und ich bin enttäuscht."

Planner soll weitermachen

Für das Waidhauser Vereinskartell nahm stellvertretender Vorsitzender Tobias Kirner an der Versammlung teil und versuchte zu retten, was es noch zu retten gab: "Franz war immer ein super Vorstand. Ich wäre froh, wenn er weitermachen würde. Man kann super mit ihm zusammenarbeiten. Aber wenn nur mehr vier Helfer von 85 Mitgliedern kommen, ist er chancenlos." In dieser Entwicklung vermutete Kirner gar ein spezifisches Ortsproblem: "Anscheinend ist das nur in Waidhaus so. Wenn man Pleystein oder Moosbach anschaut, da wird in großer Zahl unterstützt und mitgeholfen."

Zumindest hierzu wurde Planner konkreter: "Das Mitwirken beim Bürgerfest mit der Zubereitung von Crêpes geschah von mir, um den Verein als Mitglied der Vereinsgemeinschaft im Rennen zu halten, was schon bei der Vorbereitung und Findung von Mitwirkenden beschwerlich war." Es konnte nur eine Mannschaft gebildet werden; mehr Vereinsmitglieder seien nicht aufzutreiben gewesen. So mussten jene Vier am Festtag ab dem Mittag bis spät in der Nacht durchhalten. Zumindest habe nach dem Rücktritt des ersten Vereinsschießwartes Andreas Federl der bis dahin als Stellvertreter agierende Peter Sollfrank dessen Aufgaben übernommen und die Schießsportgruppe weitergeführt.

Über Wasser halten

Der gute Kontakt zum Panzergrenadierbataillon 122 habe durch die Teilnahme am Neujahrsempfang und durch die Anwesenheit beim Kommandeurwechsel fortgeführt werden können. Im vergangenen Jahr waren vier Sterbefälle zu verzeichnen, ein Austritt und zwei Amtsniederlegungen sowie keine Neuaufnahme, was aktuell einen um 5 auf nunmehr 88 Personen gesunkenen Mitgliederstand ergibt. Darunter ist sich nur noch ein Kriegsteilnehmer, 73 ehemalige und sechs aktive Soldaten, sowie acht fördernde Mitglieder, bei einem Durchschnittsalter von 54 Jahren: "Insgesamt konnte sich der Verein aufgrund des noch finanziell positiven Abschlusses trotz der Amtsniederlegungen noch über Wasser halten", sagte Planner.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger ging die Situation sehr nahe: "Irgendwie suche ich nach den richtigen Worten heute." Sie sprach dem Verein vor allem Mut zu: "Manchmal passt es halt nicht, aber es kommen wieder andere Zeiten." Sie plädierte für ein "unbedingtes Weitermachen des Vorsitzenden". Bei einer Enthaltung entschieden sich die Ausharrenden für den von Planner selbst gemachten Vorschlag einer Vereinsausschusssitzung am Freitag, 27. Januar, 20 Uhr, im "Marktplatzstüberl" zur Beratung der weiteren Zukunft. Marktrat Stefan Harrer ergänzte: "Dass sich dort alle Mitglieder des Vereinsausschusses am Riemen reißen sollten."
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