Neuer Glockenstuhl für Kirche in Burkhardsrieth
Perfekter Dreiklang

Kirchenpfleger Wolfgang Bauriedl ist von der Arbeit von Alexander Lang und Stefan Gruber (von links) sehr begeistert. Bild: fjo
Vermischtes
Waidhaus
23.12.2016
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Bescherung ist in der Expositur Burkhardsrieth bereits am Mittwochnachmittag. Für den Pleysteiner Ortsteil gibt es heuer ein Geschenk, das vielen Generation meist nur einmal beschieden ist.

Burkhardsrieth. (fjo) In etwas abgewandelter Form des bekannten Adventsverses hieß es kurz vor Einbruch der Dunkelheit: Erst eine, dann zwei, dann drei. Weitum unüberhörbar fingen die beiden seit Tagen im Kirchturm werkelnden Handwerker mit der Inbetriebnahme des vollkommen neuen Glockenstuhls an. Die Abstimmung von Geläut und Stundenschlägen nahm noch einmal viel Zeit in Anspruch.

Auf engstem Raum

Fünf außergewöhnliche Monate ohne den sonst vertrauten Glockenklang endeten damit für das Kirchdorf. Modernste Technik verbindet sich in der sogenannten Glockenstube nun auf engstem Raum mit einer seit Jahrhunderten überlieferten Handwerkskunst. Die Kirchenverwaltung um Kirchenpfleger Wolfgang Bauriedl aus Pfrentsch nahm dafür sehr viel Geld in die Hand.

Nach Eingang aller Rechnungen dürfte sich die Maßnahme auf rund 45 000 Euro summieren. Die Entscheidung erleichterte den Gremiumsmitgliedern zumindest die frühzeitige Zusage von Diözesanarchitekt Gerhard Hackl für einen Zuschuss in Höhe von 45 Prozent durch das Bistum Regensburg.

Als alles perfekt eingestellt war und der neu aufeinander abgestimmte Dreiklang das erste Mal übers Land hallte, stand dem Kirchenpfleger die Freude ins Gesicht geschrieben: "Nun können die Weihnachtsgottesdienste auch feierlich eingeläutet werden. Das war unsere Hoffnung und das hat sich hervorragend erfüllt."

Als in der vergangenen Woche das Material angeliefert wurde und anschließend mittels Autokran auf den Kirchturm landete, war dort oben kaum noch Platz. Für Alexander Lang und Stefan Gruber von der Firma Glockentechnik Bayerwald aus Röhrnbach im Landkreis Freyung-Grafenau begann damit eine spannende Zeit des Zusammenbaus ungezählter Einzelteile. Wuchtige Eichenbohlen halten nun nach Jahrzehnten wieder das Geläut.

Die Zeit der Zwischenlösung mit einer Eisenkonstruktion ist früher vorbei als erwartet. Wer ein gutes Gehör besitzt, kann das nun wesentlich "rundere" Zusammenspiel der drei Glocken auch wahrnehmen. Das ist aber am wenigsten der Generalüberholung geschuldet, wofür es bis in den Schwarzwald ging. Vielmehr gaben die Haarrisse an der Aufhängung den Ausschlag zu einer Gesamtmaßnahme. Neue Motoren sorgen nun vom Anlaufen an für eine harmonische Abstimmung, die bis zum letzten Glockenschlag anhält.

Der neue, ganz aus massiven Eichenbohlen bester Qualität gefertigte Glockenstuhl ist zudem mit Spannlaschen verschraubt, die sich im Millimeterbereich nachjustieren lassen. Er ist eine komplette Neukonstruktion. Das Haltegerüst schwingt mit und bietet als Vorteile einen besseren Klang sowie eine längere Haltbarkeit. Jede Glocke hat ihr Revier. Die größte, die 800 Kilogramm schwere Patrona-Bavaria-Glocke, hängt in der Mitte.

Guter Griff

Ein Hingucker sind ebenso die neuen Joche geworden, die die Glocken nun krönen. Welch guter Griff der Kirchenverwaltung mit der tief im Bayerischen Wald beheimateten Firma zudem gelang, zeigte sich auch, als diese die anfallenden Nebentätigkeiten gleich in einem Aufwasch miterledigten: "Wir haben da richtige Allrounder gefunden."
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