31.08.2017 - 20:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Pfarrer Georg Hartl feiert Jubiläum im Grenzort Seit 20 Jahren für Waidhaus auf Achse

Pfarrer Georg Hartl blickt am heutigen Freitag auf 20 Jahre als Seelsorger in Waidhaus zurück. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Ein kleines Jubiläum wird am heutigen Freitag im Grenzort gefeiert. Vor 20 Jahren übernahm Pfarrer Georg Hartl die Pfarrei. Nicht nur als Pfarrer und Religionslehrer ist er seitdem längst über das Dekanat Leuchtenberg hinaus bekannt, sondern auch als Fußwallfahrer, Hornist, Dauerläufer oder Heimatforscher.

Kaum an der böhmisch-bayerischen Grenze installiert, war für ihn das Erlernen der tschechischen Sprache eine Selbstverständlichkeit. Seine Wiege stand in Kirchdorf/Niederbayern unweit des Klosters Rohr. Nach der Grundschulzeit ging es zu den Regensburger Domspatzen und anschließend ins Priesterseminar.

Der Priesterweihe im Regensburger Dom am 29. Juni 1967 folgten drei Jahre Kaplanzeit in Mainburg in der Hallertau. Die nächste Station war Straubing, wo er neun Jahre lang als Präfekt tätig war. Ab September 1979 wurde ihm die Pfarrei Herz Jesu in Teublitz übergeben, in der er 18 Jahre lang wirkte und dort noch heute ein immer gerngesehener Gast und Prediger ist.

Nicht erst seit seiner Ankunft in Waidhaus hält es Pfarrer Hartl mit Albert Einsteins Aussage: "Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben." Das Wort "Bewegen" ist zu einem Markenzeichen des Geistlichen geworden.

Pfarrgemeinderatssprecher Walter Kraus sagt dazu: "Unser Pfarrer zieht sich nicht zurück in eine Eigenwelt von Kirche, Sakristei und Pfarrhof, sondern bewegt sich mit seinen vielseitigen Fähigkeiten als Mensch unter Menschen. Dabei bewegt er sich nicht nur selbst, sondern bewegt auch andere zum Mitmachen."

Die fundiert vorbereiteten Sonntagsspaziergänge etwa ziehen jedes Mal große Menschenmassen an. Und der Bewegungsradius reicht schon lange weit über Waidhaus hinaus, was nicht nur die freundschaftlichen Beziehungen zu den tschechischen Nachbarn bezeugen.

Im Musikverein erlernte der Seelsorger schon vor vielen Jahren das Spielen des Waldhorns und schloss sich der Bläsergruppe "Atemnot" an. Sportliche Betätigung ist ihm wichtig, wovon fast tägliche Waldläufe im weitläufigen Sulzberggebiet zeugen. Eine der größten Herausforderung für den 75-Jährigen gesellte sich vor wenigen Jahren mit der Renovierung und Umgestaltung der Waidhauser Pfarrkirche hinzu. Selbst Skeptiker erkennen an, dass durch die klaren Strukturen und die Farbgebung ein kleines Kunstwerk gelang.

Über die topographischen Kenntnisse bei den Sonntagstouren hinaus, interessiert er sich für die lokale Heimatgeschichte. Kaum eine Sitzung des Heimatkundlichen Arbeitskreises versäumt das Mitglied. Den stellvertretenden Vorsitz übernahm er überdies im Trägerverein für die ökumenische Autobahn- und Radwegkirche, die ohne sein Zutun nicht diese Bedeutung erlangt hätte. Nur eines mag er gar nicht so gern: Wenn zu viel Aufhebens um seine Person gemacht wird. So weilt er auch zum Jubiläum nicht vor Ort, sondern befindet sich derzeit auf Urlaub mit Exerzitien im Großen Walsertal in der Nähe des Bodensees.

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