05.09.2017 - 20:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Roßhaupter Heimattreffen 2017 Heimat im Leben verankert

Beim Roßhaupter Heimattreffen erinnert dritter Bürgermeister Johannes Zeug an die Bedeutung der Heimat. Dabei verweist er auch auf seine böhmischen Wurzeln.

Tragende Rollen beim Festgottesdienst übernahmen (von links) Bürgermeister Johannes Zeug, Pfarrer Gerhard Schmidt, Pfarrer Alfons Forster und musikalischer Leiter Heribert Kett. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Roßhaupt/Waidhaus. Chor und Orchester bereiteten den Ehemaligen bei ihrer Wiedersehensfeier in der alten Heimat einen würdigen Rahmen. Die Mesnerfamilie Peter, Marina und Markus Helgert war gleichfalls extra in die Nachbargemeinde gefahren, um ihren Dienst zu verrichten.

Die Eröffnung des Festgottesdiensts übernahm Zeug, für den die Teilnahme eine besondere Bedeutung hatte: "Mein Großvater Robert Zeug ("Wenisch'n-Robert") musste wie viele von Ihnen seinen Heimatort Roßhaupt verlassen." Er sah in der Heimat nicht nur den Ort, an dem man lebt, sondern Heimat sei auch ein Gefühl der Zugehörigkeit zu Menschen, zu einer Region, zu einer Kultur, zu einer Landschaft, zu einem Berg oder einem Fluss.

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Heimat habe viel mit der eigenen Kindheit zu tun. Sie schaffe Identität und sei für alle Menschen auf der Welt ein wichtiges Bedürfnis. "All das hatten Sie verloren. Wie schwierig muss es da gewesen sein, in ein fremdes, zerstörtes, zerrissenes und in vielen Teilen hungerndes Land zu kommen?"

Eindringlich bat Zeug deshalb alle, immer wieder aus dieser Zeit zu erzählen, weil seine Generation heute die Vorstellungskraft fehle, was Flucht und Vertreibung bedeute, und welche Hindernisse zu überwinden waren. "Das alles scheint ganz lange her, aber es ist Teil der jüngeren Geschichte unseres Landes und es scheint, als ob sich diese Gegebenheiten immer wiederholen." Dazu verwies er auf die Vertriebenen und Flüchtlinge aus allen Teilen der Welt, die täglich in Deutschland ankommen und hier Schutz suchen.

Sänger aus den Kirchenchören Waidhaus, Moosbach, Waldthurn, Roggenstein, Vohenstrauß und Eslarn übernahmen die Gestaltung des Gottesdiensts unter Gesamtleitung von Heribert Kett aus Vohenstrauß und mit Martina Brenner aus Eslarn an der Orgel. In Vertretung von Pfarrer Georg Hartl feierten Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf und Pfarrer Gerhard Schmidt aus Roggenstein die Messe.

Kirche als Mittelpunkt

Auch Pfarrer Forster stellte den Heimatgedanken in den Mittelpunkt seiner Ansprache: "Sie feiern heute hier in Roßhaupt so eine Art Heimattreffen oder, besser ausgedrückt, die Erinnerung an die alte Heimat." Dabei stellte er gerade die ehemalige Kirche, in dem sich die Ehemaligen zum Gottesdienst versammelt hatten, als "ein Stück Heimat für die Vorfahren und für die Teilnehmer" heraus. Heimatkirche und Heimatpfarrei seien geläufige und gebrauchte Begriffe: "Die Kirche, ob es nun die Kirche von Roßhaupt oder Ihre jetzige Pfarrkirche ist, jedes Gotteshaus ist so etwas wie eine Heimat für die Getauften, von der Wiege bis zur Bahre." Doch in der heutigen Zeit sehe es manchmal anders aus: "Leider ist für viele unserer Mitmenschen die Kirche keine Heimat mehr."

Das gemeinsam gesungene Böhmerwaldlied beschloss die Messe. Am Sonntag gehörte noch ein Friedhofsbesuch in der alten Heimat zu der vom Ehepaar Helga und Heribert Kett aus Vohenstrauß organisierten Wiedersehensfeier.

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