21.03.2018 - 20:00 Uhr
Waidhaus

Tourismus-Resümee der Marktgemeinde Ausgebucht: Kaum Platz für weitere Gäste

Rosige Zeiten beschreibt Bürgermeisterin Margit Kirzinger für den Tourismus in Waidhaus. Doch es gibt auch Handlungsbedarf.

Die neue Tourismuschefin des Landkreises, Christina Kircher, stellte sich auf Einladung von Bürgermeisterin Margit Kirzinger (links) den Waidhauser Quartiergebern vor. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Nach längerer Pause startete die Marktgemeinde am Dienstagabend einen neuen Erfahrungsaustausch mit Vermietern und Quartiergebern. "In Waidhaus sind wir beim Gästezuspruch gut dabei", sagte die Rathauschefin am Beginn ihrer Ausführungen zum Thema Tourismus. Neben "normalen" Urlaubern und Stammgästen mit einem längst familiären Bezug zu den Vermietern, sorgten geschäftliche Vermietungen und Montagearbeiter für gut ausgebucht Ferienwohnungen und Pensionen.

Keineswegs verschwieg Kirzinger die in den vergangenen Jahren hinzugekommenen Casino-Besucher. Daraus schlussfolgerte sie sogar: "Bei noch mehr Gästen hätten wir wirklich Probleme, diese auch unterzubringen. Und zwar das ganze Jahr über." Auch die Qualität passe, denn ihr kämen nur positive Rückmeldungen zu Ohren. Zudem stehe den Besuchern ein umfangreiches Veranstaltungsangebot zur Verfügung, das inzwischen einen achtseitigen Flyer benötige.

Durch die neu gestaltete Nepomukanlage würden alle ankommenden Verkehrsteilnehmer nun endlich freundlich begrüßt, sogar nachts. Waidhaus verfüge über zwei E-Bike-Ladestationen im Ort und sogar eine Radfahrer-Kirche. Mit dem "Vitalpark" sei etwas Tolles für Jung und Alt geschaffen worden. Dies alles solle auch dazu dienen, die Mundpropaganda zu fördern und eine Empfehlung für Waidhaus anzukurbeln.

Die Aufnahme der Einkaufsmöglichkeiten in das aktuelle Ortsprospekt durch die örtliche Tourismusreferentin Heike Bauriedl hob Kirzinger löblich heraus. Auch die von Bauriedl betreute neue Homepage bezeichnete sie als "gute Sache", ebenso den mit Infomaterial aus dem nahen Böhmen bestückten Ständer im Foyer des Rathauses, was von den Gästen als Bereicherung gesehen werde: "Denn Tschechien heißt nicht nur Tank- und Zigarettentourismus, sondern vor allem eine wunderbare Landschaft." Ein im Werden bestehendes Fotogeheft zur Nachbarregion kündigte die Rathauschefin gerade deswegen als Waidhauser Unikat an. Und ein neues Banner werde auf die neue Vielfalt der Freizeitanlage "Bäckeröd" an den Ortseingängen hinweisen.

"Unser Lustweg ist in die Jahre gekommen, und der Weg selber enthält mittlerweile viele Stolperfallen", monierte nach soviel Lob jedoch Quartiergeberin Gisela Dierl und bat um eine baldige Sanierung: "Nicht nur meine Urlauber gehen dort gerne hinein." Ebenso kamen die großflächigen Asphaltlöcher auf dem Marktplatz ums "Marktplatzstüberl" herum auf den Tisch.

Ergebnisse einer im vergangenen Jahr gestarteten Umfrage unter den Touristen wollte Vermieterin Christa Hösl erfahren. Es habe nur wenig Rücklauf gegeben, und damit seien richtige Rückschlüsse leider nicht möglich, antwortete ihr jedoch die Bürgermeisterin. Anja Puff bestätigte, dass Prospekte allgemein bei den Urlaubern noch immer "sehr begehrt" seien und Gäste von ihr hätten die Waidhauser Exemplare besonders gelobt. "Das Internet kann das noch nicht leisten", bestätigte Kirzinger. Außerdem wünschte sich Puff ein Mini-Ortsprospekt.

Die Umsetzung des Kriegermahnmals fragte Christa Hösl an. "Heuer sicher nicht", antwortete Kirzinger und verwies auf eine noch laufende Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz: "Es haben sich meine beiden Vorgänger an diesem Marktplatz schon ihre Zähne ausgebissen, aber ich möchte das schaffen."

Monika Zeitler-Kals regte ein Kennenlernen des westlichen Landkreises an, und Ewald Zetzl bat um Unterstützung, weil die Gäste zu Tourenvorschlägen auch Wirtshäuser wissen wollen. Ingrid Hösl vermisste einen aktuellen Ortsplan für ihren Heimatort Reinhardsrieth im Gemeinde-Infokasten.

Neue Tourismusreferentin des Landkreises

Den Vermietern und Quartiergebern stand die neue Tourismusreferentin des Landkreises, Christina Kircher, für alle Anliegen Rede und Antwort. Aus ihrer täglichen Arbeit ließ die Nachfolgerin von Reinhold Zapf wissen, dass in ihren Händen hauptsächlich Prospekte entstünden. Und zwar für den gesamten Oberpfälzer Wald, also auch für die Landkreise Tirschenreuth und Schwandorf.

In Zukunft seien weitere Druckwerke geplant, darunter eine Landkreis-Radweg- und eine Kinder-Freizeitkarte. Um diese Prospekte unter die Leute zu bringen, gehe es jährlich auf fünf Messen im Raum Deutschland. Außerdem sei sie für die Radwege verantwortlich, insbesondere bei der Beschilderung, sowie für die Betreuung und Vermarktung der überregionalen Wanderwege in der Region. Die Klassifizierung im ganzen Oberpfälzer Wald sei gleichfalls bei ihr angesiedelt. Die Einladung von Journalisten und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden nannte Kircher als weitere Betätigungsfelder. Natürlich stehe sie darüber hinaus den Vermietern zur Seite - auch für Schulungen, während die Pflege der Internetseiten natürlich dazu gehöre. (fjo)

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