Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbands
Stromtrasse sorgt für Entsetzen

Bürgermeister Reiner Gäbl dankte den Ortsobmännern Erwin Urban, Georg Lang, Florian Eder, Michael Puff und Josef Ach (vorne, von links) für die Übernahme der Ehrenämter. Bild: fjo
Wirtschaft
Waidhaus
03.12.2016
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Fast vier Stunden versorgte der Bayerische Bauernverband viele Landwirte in der Gebietsversammlung am Donnerstagabend mit Informationen. Eine davon sorgt für Aufsehen

Pfrentsch. (fjo) Wesentlich schneller gingen im Gasthaus Frölich die Neuwahlen über die Bühne. Für Waidhaus übernahm Erwin Urban das Amt des Ortsobmanns. Als Stellvertreter steht ihm Martin Balk zur Seite sowie Martin Ebnet und Johann Klug als Beisitzer.

Um Burkhardsrieth und Lohma kümmert sich Josef Ach aus Isgier, mit Josef Frischholz (Stellvertreter) und Jürgen Krämer (Beisitzer). Pfrentsch liegt künftig in Händen von Florian Eder. Als Stellvertreter wurde hier Harald Preßl gewählt sowie als Beisitzer Josef Kleber und der bisherige Ortsobmann Hans Grötsch. Karl Grießl leitet weiterhin Eslarn , unterstützt von Andreas Demleitner (Stellvertreter) sowie den Beisitzern Michael Reindl und Stefan Schönberger.

In Reinhardsrieth bleibt Georg Lang an der Spitze. Zum Stellvertreter wählten die Mitglieder Josef Nickl, sowie Stefan Rösch (Vohenstrauß) und Ludwig Puff (Hagendorf) als Beisitzer. Michael Puff übernahm Miesbrunn und Pleystein . Stellvertreter ist hier Johann Weig. "Wenn wir zusammenstehen und mit einer gemeinsamen Meinung auftreten, können wir wesentlich mehr erreichen", meinte Eder.

Deutlicher Korridor

Als BBV-Geschäftsführer Hans Winter mit einer detaillierten Landkarte zur Gleichstromtrasse aufwartete, wurden die Augen der Landwirte immer größer. Der deutlich eingezeichnete Korridor sah auch die Möglichkeit einer Umgehung der Stadt Weiden im Osten vor. Dadurch könnte eine Verwirklichung die unmittelbare Grenzregion zu Tschechien jederzeit noch direkt treffen. Als Winter zusätzlich Bilder einer Erdverkabelung präsentierte, bekam das Entsetzen der Bauern ein Gesicht. Mit den Baustellen zur laufenden Verkabelung für den Breitbandausbau wäre das keinesfalls mehr zu vergleichen.

Notwendig würden bis zu zehn Meter breite und über einen Meter tiefe Schneisen, in welchen die in Plastikrohre verlegten Stromkabel eingebracht würden. Eine dicke Schicht aus Spezialbeton komme um das Ganze und obendrauf - ein enormer Einschnitt in Boden, Vegetation und Grundwasser dar.

In seinem umfassenden Referat kündigte Winter außerdem eine Neugliederung der Ortsverbände an, wodurch für die Ortsobmänner ein besserer Stellenwert erreicht werden solle. Hundekot im Tierfutter war ein weiteres Thema, das der Geschäftsfüher aufgriff. "Völlig unvernünftige Leute gibt es da und unserer Tiere müssen diesen Dreck fressen."

Auch Milchpreis ein Thema

Berechtigte Hoffnungen machte er den Teilnehmern, dass sich die Einkommenssituation für die Bauernhöfe in naher Zukunft verbessere. Der Milchpreis hänge längst mehr von Spekulanten, als von Angebot und Nachfrage ab. "Ohne erkennbare Gründe geraten die Preise so von einen Tag auf den anderen voll durcheinander", meinte der Sprecher

Eslarns Bürgermeister Reiner Gäbl dankte abschließend den Männern, die ein Ehrenamt übernahmen. "Gerade auch für die Landwirte ist eine starke und aktive Vertretung wichtig, da die Landwirte in den Dörfern zahlenmäßig weniger werden, was sich auch in den Markt- und Gemeinderäten schon bemerkbar macht."
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Clemens Ratte-Polle aus Zell | 03.12.2016 | 17:42  
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