30 Jahre "Sticky Fingers" am Weidersberg
Metal und Hardcore im Grünen

Ulrik Katholing (links) begrüßte seine Nachfolger, die Macher des "Sticky Fingers"-Festivals um Vereinsvorsitzenden Tobias Berz (Zweiter von rechts). Bild: fpoz
Kultur
Waldershof
17.07.2017
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Im Musikbahnhof "Schaffnerlos" erinnern die Macher an die Geburtsstunde des "Sticky Fingers"-Festivals. Früher waren Blues, Reggae und Rock angesagt, heute sind es Metal und Hardcore.

Das "Sticky Fingers"-Festival geht am 4. und 5. August zum 30. Mal über die Bühne. Schon vorab feierten die Macher mit vielen Weggefährten und "Sticky Fingers"-Fans der ersten Stunde ausgiebig das Jubiläum im Musikbahnhof "Schaffnerlos". Sie haben dem Veranstaltungsort Weidersberg bis heute die Treue gehalten. Vor dem "Schaffnerlos" gab es am Freitagabend eine Foto- und Plakatausstellung zu den zurückliegenden legendären Veranstaltungen. Viele Besucher erkannten sich auf den Fotos und erinnerten sich an so manche Episode aus dieser Zeit.

Und wie bei vielen Festivals am Weidersberg üblich setzte zur Eröffnung des Abends ein Regenguss ein, der aber die gute Stimmung der Besucher nicht beeinträchtigen konnte. Ulrik Katholing verlegte die Begrüßung kurzerhand in den Musikbahnhof, wo Tobias Berz, einer der neuen "jungen Wilden", das Programm für das 30. "Sticky Fingers"-Konzert am Weidersberg vorstellte. Nachdem sich der Himmel wieder aufgehellt hatte, erinnerten die Gründer und jetzigen Macher des Festivals auf der Freibühne in einer Art lockeren Talkrunde an die Geburtsstunde des "Sticky Fingers"-Festivals.

Mit Hans Söllner


In einer Wohngemeinschaft über der Drogerie von Heinz Reifenberger hatten Musikinteressierte, alle um die 20 Jahre alt, den Plan geschmiedet, in Rawetz ein Open-Air-Konzert zu veranstalten, da es das Hinterlandfestl in Brand seit 1985 nicht mehr gab. Unter der Führung von Stefan Hoffmann war das erste kleine Konzert "Blues am Bühl" in Lorenzreuth bei Marktredwitz am 5. September 1987 geboren. Mit dem damals noch relativ unbekannten Hans Söllner, der für den Preis von 1000 Mark aus Berchtesgaden anreiste, waren aber keine Besuchermassen zu mobilisieren. Das siebenköpfige Veranstalterteam beschloss darauf hin, den Weidersberg in Brand als Veranstaltungsort auszuwählen. Der damalige Oberbürgermeister Hans Achaz von Lindenfels war von dieser Idee nicht unbedingt begeistert. Dazu Ulrik Katholing: "Wir wollten zum weltgrößten Veranstalter werden und ließen uns nicht beirren." Mit kleinen wiederkehrenden finanziellen Zuwendungen der Stadt, des Landkreises und der Raiffeisenbank wurde das Festival mit enormen Anstrengungen - und unzähligen freiwilligen Helfern - Jahr für Jahr veranstaltet. Namensgeber war die Platte "Sticky Fingers" der Rolling Stones, die bei Besprechungen der Organisatoren immer gespielt wurde. Eine Institution war das "Camp Kalauer", eine Zeltlandschaft, die drei Tage vor dem eigentlichen Festival eröffnet wurde und nach Ende des Konzertes und den Aufräumarbeiten verschwand.

Ausverkauft


Im Jahr 2001 wurde das "Sticky Fingers"-Festival von dem damaligen, mittlerweile in die Jahre gekommenen Veranstalterteam im Musikbahnhof "Schaffnerlos" Waldershof an die "jungen Wilden" Tobias Berz, Ronny Küchler, Michael Heuschmann und Sascha Pöhlmann übergeben. Was sich seither stark verändert hat, ist die Zuschauerresonanz und die angebotene Musikrichtung. Die alte Veranstalter-Brigade mit Matz, Leo, Hoppl, Roman, Richie, Matze und Uli präsentierte mehr die Stilrichtungen Blues, Reggae, und Rock, immer mit einer Prise Folk untermalt. Die neue "Sticky"-Generation hat das Festival mehr auf die Hardcore und Metal-Schiene gebracht. Seit drei Jahren ist das Festival ausverkauft. Wen wundert es? In zwei Tagen stehen mindestens 15 Bands auf der Bühne zu einem Eintrittspreis von um die 15 Euro. Darunter sind internationale Größen wie "Sepultura" (Brasilien).
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