30.06.2017 - 13:50 Uhr
WaldershofOberpfalz

Altbürgermeister Hubert Kellner kontert auf Vorwürfe der SPD Lasse mir den Mund nicht verbieten

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann spricht von einem Missbrauch der Fragestunde. Sie ärgert sich über eine Stellungnahme von CSU-Stadtrat Hubert Kellner. Darin hat der Altbürgermeister Vorwürfe seitens der Sozialdemokraten strikt zurückgewiesen.

von Harald Dietz Kontakt Profil

Gefallen waren die Vorwürfe in der SPD-Mitgliederversammlung vor rund einer Woche (wir berichteten). SPD-Vorsitzender Gerhard Greger hatte unter anderem geklagt: "Was sich die CSU-/Wählerbund-Fraktion alles gegen die Bürgermeisterin und die Stadtverwaltung herausnimmt, kann man nicht als Stadtratsarbeit bezeichnen." In Richtung Hubert Kellner hatte Greger erklärt: "Ein Mann, der sein Leben in der Stadtverwaltung und dann 18 Jahre als Bürgermeister verbracht hat, sollte eigentlich wissen, was von den Mitarbeitern gefordert wird und was sie leisten." Das Nein der CSU-/Wählerbund-Fraktion zum Haushalt stehe im Widerspruch zu deren Aussage, ,wir arbeiten zum Wohle der Stadt und vertreten keine Einzelinteressen', so Greger. "Glaubst du wirklich, dass du mit solchen Aussagen dazu beiträgst, dass die Arbeit im Stadtratsgremium besser wird?", ergriff nun CSU-/Wählerbund-Fraktionssprecher Mario Rabenbauer am Donnerstag das Wort im Stadtrat. Und er fragte, ob die SPD die Vorwürfe mit Beispielen belegen könne, was Greger bejahte. An dieser Stelle schaltete sich Hubert Kellner in die Fragestunde am Ende der Stadtratssitzung ein: "Gerade weil ich 45 Jahre leidenschaftlich und verantwortungsvoll für die Stadt Waldershof gearbeitet habe, werde ich Intransparenz, nicht korrektes Handeln der Vorsitzenden, eine Nichtachtung des Stadtratsgremiums und Entscheidungen, die nicht dem Wohl der Stadt dienen, monieren." Wichtig war Kellner: "Ich kritisiere nicht allein, sondern bringe mich auch mit konkreten und lösungsorientierten Vorschlägen ein, die aber von der Vorsitzenden auf der ganzen Linie ignoriert werden." Er halte das aus, "weil es mir um meine Stadt geht".

Das Rathausteam habe er nie kritisiert - nie kritisieren wollen, "denn ich weiß, was sie können". Der Altbürgermeister fuhr fort: "Es ist halt so, dass die Vorsitzende die Chefin ist, dass sie dafür gut bezahlt wird und die Verantwortung zu tragen hat. Für all das Tun und Handeln der Verwaltung. Da wird sie mit der Kritik, die überwiegend konstruktiv ist, leben müssen. Und liege ich mit meiner Kritik daneben, bin ich auch in der Lage, mich zu entschuldigen." Er werde sich niemals den Mund verbieten lassen, so Hubert Kellner weiter, "wenn es um unsere Stadt und deren Zukunft geht". Er schloss mit Blick auf Gerhard Greger: "Und so unsachlich und persönlich, wie es von dir schwarz auf weiß zu lesen war, war ich noch nie."

In Frage umgewandelt

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann mahnte, die Fragestunde in den Stadtratssitzungen nicht als Plattform für politische Äußerungen zu missbrauchen. Kurz vorher hatte sie bereits Winfried Neubauer (Freie Wähler) entsprechend belehrt. Der hatte sein Anliegen dann in Frageform vorgetragen und deutlich gemacht, dass er nicht grundsätzlich gegen Waldkindergärten sei. Aber es sei schon zu hinterfragen, dass Waldershof einen Waldkindergarten schaffe, der auch von auswärtigen Kindern genutzt werde. Waldershof müsse vor allem die eigenen Kinder im Blick haben. Die Bürgermeisterin stellte fest: "Aus pädagogischen Gründen sind Waldkindergärten sehr wertvoll. Wir sind deshalb sehr stolz, so etwas anbieten zu können."

Fast halbiert

Hubert Kellner wunderte sich, dass sich die Zahl der Anmeldungen für den Waldkindergarten von anfangs 15 inzwischen fast halbiert habe. "Woran liegt's?" Auch wollte er wissen, wie viele Kinder aus Waldershof kämen. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann versprach umgehend eine E-Mail mit allen Details.

Auf eine entsprechende Frage in der Bürgerfragestunde antwortete Bürgermeisterin Friederike Sonnemann: "Die mobile Toilette für den Stadtpark wird am Montag aufgestellt." Ja sagten alle Stadträte zum Bauantrag der "R&M Besitz GmbH & Co KG" (Cube). Das Unternehmen will in der Ludwig-Hüttner-Straße 5-7 einen Showroom schaffen und einen Balkon bauen.

Ich kritisiere nicht allein, sondern bringe mich auch mit konkreten und lösungsorientierten Vorschlägen ein.Hubert Kellner

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