12.10.2017 - 19:20 Uhr
WaldershofOberpfalz

Bürgermeisterin will "frühzeitig Klarheit schaffen" Friederike Sonnemann tritt 2020 nicht mehr an

Die Nachricht dürfte viele überraschen: Friederike Sonnemann (SPD) kandidiert 2020 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Waldershof. Auf das Warum antwortet sie in einem Pressegespräch.

Jürgen Ranft (links), Christian Fritsch und Günter Raithel (von rechts) dankten Bürgermeisterin Friederike Sonnemann (Zweite von links) für die bisher geleistete Arbeit. Bild: hd
von Harald Dietz Kontakt Profil

"Meine Entscheidung ist lange in mir gereift und es war keine einfache", sagt Friederike Sonnemann am Donnerstagabend im Beisein von Günter Raithel, Christian Fritsch und Jürgen Ranft von der SPD-Stadtratsfraktion. "Ich verzichte auf eine nochmalige Kandidatur. Nach hoffentlich sechs erfolgreichen Jahren werde ich 2020 das Amt beenden." Der ersten Bürgermeisterin ist wichtig: "Diese Entscheidung gebe ich bereits heute bekannt, weil ich frühzeitig Klarheit schaffen will."

Die Gründe für die Entscheidung seien vielschichtig. Sonnemann: "Persönlich trage ich den Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung in mir." Außerdem sollte ein politisches Amt "aus meiner Sicht kein Lebensamt sein", hebt die erste und einzige erste Bürgermeisterin im Landkreis Tirschenreuth hervor. Was sie schmerzt: "Der Umgang mit meiner Person war nicht immer fair." Es habe verbale Aussetzer gegeben. Friederike Sonnemann fährt fort: "Mag sein, dass nun manche sagen: Die soll sich nicht so anstellen." Aber wer Drohbriefe, Unwahrheiten und üble Nachrede verharmlose, sehe nicht, welche kriminelle Energie dahinter stehe. "Den Umgang von einigen Mitgliedern im Stadtrat finde ich oft grenzwertig und zu wenig sachorientiert. All diesen Umständen möchte ich mich nach 2020 nicht länger aussetzen." Die Bürgermeisterin wünscht sich für die Zukunft eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl der Stadt - "parteiübergreifend ohne persönliche Befindlichkeiten". Sie sei gerne Bürgermeisterin in Waldershof, "da ich auch viel positiven Zuspruch erfahre". Friederike Sonnemann verspricht: "Ich werde diese Zeit weiter nutzen, um Waldershof zu modernisieren und weiter zu entwickeln." Waldershof habe ein leistungsfähiges und starkes Team in der Stadtverwaltung. "Und ich habe einen klaren Wählerauftrag." In Waldershof seien überaus positive Projekte zu Ende gebracht worden. Sonnemann verweist hier unter anderem auf Waldkindergarten, Bürgertreff, Sporthalle, Stadtpark, neue Bauplätze, Verkauf von Gewerbeflächen. Und es gebe weitere erfreuliche Entwicklungen, sei es nun die Ansiedlung neuer Betriebe, der Ausbau städtischer Infrastruktur, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts oder die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit.

Friederike Sonnemann unterstreicht: "Ich mache diesen Job sehr gerne, aber ich habe mir nun eine zeitliche Begrenzung gesetzt. Ich freue mich auf die folgenden zweieinhalb Jahre, in denen ich noch Bürgermeisterin bin. Und ich werde so weitermachen, wie mich alle kennen, voller Elan und mit gewohnter Energie. Bei allen Unterstützern möchte ich mich bedanken und für eine mögliche Enttäuschung entschuldigen." Sie sei mit dem Anspruch auf Wechsel angetreten und habe ihn gelebt. "Ich brenne für diese Stadt."

Stolz auf das Geleistete

Friederike Sonnemann hatte im Vorfeld mit der SPD-Fraktion über ihre Entscheidung gesprochen. Christian Fritsch, Jürgen Ranft und Günter Raithel erklären am Donnerstag: "Wir stehen 100-prozentig hinter Friederike Sonnemann und werden mit ihr weiter Projekte zielstrebig umsetzen. Wir sind stolz auf die Arbeit unserer Bürgermeisterin und werden sie weiterhin gegen Anfeindungen in Schutz nehmen." Die Schritte im Hinblick auf die Wahl im Jahr 2020 werde man intern in aller Ruhe diskutieren, so Jürgen Ranft.

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