Jetzt Zuschuss zum LED-Licht

Einigkeit herrschte im Stadtrat über einen Zuschuss für die Kapelle St. Antonius in Hohenhard. Sie war einer umfassenden Renovierung unterzogen worden, wobei Kosten von über 10 721 Euro aufliefen. Auch wenn die Stadt Waldershof eine Baulast für die Kapelle ablehnt, gewährten die Stadträte nun 5360 Euro. Bild: wro
Politik
Waldershof
09.12.2016
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Eigentlich sollte bereits jetzt sparsames LED-Licht Straßen und Wege in Waldershof beleuchten. Doch die Verzögerung spart sogar Geld, belastet aber den Haushalt im nächsten Jahr.

Vor rund einem Jahr war Dominik Böhlein vom Planungsbüro "Energievision Franken" schon einmal im Waldershofer Stadtrat zu Gast. Thema: Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik. Damals beschloss der Stadtrat ein sogenanntes Contracting-Modell. Dabei hätte der Contracting-Partner die Investitions- und Wartungskosten übernommen. Die Ausgaben der Stadt Waldershof: über 700 000 Euro.

Doch die Bedingungen änderten sich. Denn für die Umrüstung auf LED gibt es wieder Zuschüsse. "Nach eingehender Prüfung wurde festgestellt, dass die Maßnahme durch eine Förderung des Bundesministeriums für Umwelt wirtschaftlicher ist als durch das Contracting-Modell", fasste Bürgermeisterin Friederike Sonnemann am Donnerstag zusammen. Rückblick: Die Contracting-Lösung hätte weder die Bürger, noch den Haushalt der Stadt belastet.

Über Details informierte auch diesmal Dominik Böhlein. Seinen Ausführungen zufolge kämen auch bei der neuen Umrüst-Lösung auf den Bürger keine Kosten zu. Allerdings müsse die Stadt die Kosten tragen, der Haushalt 2017 werde belastet. Böhlein zeigte die Finanzierungsmöglichkeiten auf. Er riet zu einer Kreditaufnahme, was kein Problem sei, da er eine schnelle Refinanzierung prognostizierte.

73 Prozent sparen

Sinnvoll und wirtschaftlich sei das Umrüsten von 513 Leuchten mit 686 Leuchtmitteln auf LED-Technik. In seiner Grobkostenschätzung kam Dominik Böhlein auf 436 000 Euro. Ziehe man die zu erwartenden Fördermittel ab, blieben 341 500 Euro. Die Planungskosten bezifferte Böhlein mit rund 58 500 Euro. Er ging von einem Einsparpotenzial von 73 Prozent aus; mit einer Nachtabsenkung seien sogar 82 Prozent möglich. Eine Amortisation der Investition trete in neun bis zehn Jahren ein, wobei Dominik Böhlein vorsichtig gerechnet hat. Falls die Stromkosten stärker steigen, rechne sich die Umstellung auf LED noch viel früher. Die kumulierten Kosten nach 15 Jahren betragen laut Böhlein knapp 700 000 Euro, bei einer Contracting-Lösung 789 800 Euro und bei einem Weiterbetrieb der existierenden Leuchten 942 300 Euro. "Im nächsten Schritt sollte der Förderantrag gestellt werden. Dann könnte im März die Zuschusszusage vorliegen", führte Dominik Böhlein aus. "Wir sollten das Projekt 2017 durchziehen."

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann meinte angesichts der Entwicklung: "Das Warten hat sich gelohnt." Mario Rabenbauer (CSU) wollte wissen: "Was ist seit dem Beschluss vor einem Jahr gelaufen?" Dazu die Bürgermeisterin: "Die sorgfältige Prüfung, seit wir erfahren haben, dass es Fördermittel gibt." Es seien zahlreiche Gespräche geführt worden. Hubert Kellner (CSU) erkundigte sich nach den bisher angefallenen Kosten. Dominik Böhlein stellte klar: "Ich habe für die bisherige Arbeit keine Rechnung gestellt."

Auftrag vergeben

"Wir sollen heute einen Beschluss zulasten des Haushaltsjahres 2017 fassen. Wir kennen aber noch keine Zahlen des Haushalts", ergriff Kellner erneut das Wort. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann hob hervor: "Wir haben das mit der Kämmerei abgesprochen." Gisela Kastner (Freie Wähler) war es angesichts der Haushaltsbelastung wichtig, dass der Stadtrat spätestens bei der Haushaltsberatung 2017 noch einmal über die Maßnahme LED-Umrüstung diskutiert. Letztlich beschlossen die Stadträte (bei der Gegenstimme von Hubert Kellner), dass "Energievision Franken" mit der geänderten Ausschreibung für die Umstellung auf LED-Leuchtmittel beauftragt wird. Eingefügt wurde in den Beschluss der Zusatz "sofern es die Haushaltslage erlaubt". Festgelegt haben die Stadträte, dass auf die Bürger durch die Umrüstung keine Straßenausbaubeiträge zukommen.
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