27.02.2018 - 20:10 Uhr
Waldershof

Ziegel fallen vom maroden Dach

Im früheren Ries-Anwesen in Waldershof herrscht Einsturzgefahr. Die Stadt lässt nun für 220 000 Euro zwei Scheunen und ein Nebengebäude abreißen.

Ein Abbruch wird hier dem Einsturz zuvorkommen: Völlig marode ist das Dach dieser Scheune im Anwesen im Markt 15 in Waldershof, die nun abgerissen wird. Bild: fpoz
von Autor FPHProfil

Dass hier etwas getan werden muss, offenbart sich auf den ersten Blick: Die Scheunen und das Nebengebäude im ehemaligen Ries-Anwesen im Markt 15 in Waldershof sind in einem äußerst maroden Zustand. Eine der beiden Scheunen ist schwer baufällig, im Dach ist schon ein Loch, Ziegel fallen herunter, der Dachstuhl ist kaputt - das Dach droht einzustürzen. Nun hat der Waldershofer Stadtrat einstimmig beschlossen, die Scheunen und das Nebengebäude im Hinterhof des Anwesens, das sich im Besitz der Stadt befindet, abzureißen.

"Mit dem Schubkarren"

Dem Beschluss ging eine längere Diskussion voraus. Die entspann sich vor allem wegen der recht hohen Kosten für den Abbruch, die Christoph Haberkorn von der Stadtverwaltung auf 250 000 Euro bezifferte. "Für mich macht das keinen Sinn", sagte Gisela Kastner (Freie Wähler). Vorausgesetzt, dass durch die maroden Gebäude im Hinterhof niemand gefährdet ist, könnte man die ganze Sache doch aufschieben und erst ein Konzept für das Anwesen entwickeln. Michaela Härtl (Freie Wähler) konnte sich mit dem Vorschlag nicht anfreunden: "Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren." Denn es sei nicht auszuschließen, dass doch einmal ein Kind durch das nicht immer verschlossene Tor schlüpft und sich in Gefahr begibt. Dass die kaputten Gebäude weggerissen werden müssen, sei klar, sagte Gerhard Greger (SPD). Aber auch ihm behagten die hohen Kosten nicht. "Für das Geld schieb ich das Zeug mit dem Schubkarren raus", meinte er und spielte damit auf eine örtliche Schwierigkeit an: Denn mit einem großen Lastwagen kommt man gar nicht zum Hinterhof, der nur durch einen engen Torgang mit dem Markt verbunden ist. Wenn man darauf verzichte, nach dem Abbruch den Hinterhof wieder herzurichten und zu gestalten, käme das Ganze um 30 000 Euro billiger, rechnete Haberkorn vor. Damit konnten sich die Stadträte dann eher anfreunden. Sie stimmten geschlossen für den Abbruch.

Schraml baut an

"Die Hände hoch!" ermunterte zweiter Bürgermeister Karl Busch in der jüngsten Sitzung die Stadträte bei den Abstimmungen - und siehe da: Alle Beschlüsse in der Sitzung, die Busch leitete, wurden einstimmig gefasst. So bekam die Firma Metallverarbeitung Schraml das gemeindliche Einvernehmen für ihr Vorhaben, eine weitere Produktionshalle an das Produktionsgebäude am Standort An der Brücke anzubauen.

Bachlauf bleibt

Einstimmig wurde auch eine Planungsänderung bei der Neugestaltung der Josefsstadt im Bereich des Stadtparks beschlossen. Der Bachlauf soll nun nicht mehr verändert werden, sondern so bleiben, wie er ist. Dadurch erreiche man eine Kosteneinsparung von immerhin 80 000 Euro, hatte Christoph Haberkorn die Planungsänderung begründet. Der Vorschlag von Michaela Härtl, sich auch den Kletterfelsen zu sparen, damit die Kinder nicht unkontrolliert vom Stadtpark über die Walbenreuther Straße in die Josefsstadt rennen, fand indes keinen großen Anklang.

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