01.02.2018 - 20:20 Uhr
Waldershof

Fußball: SV Poppenreuth Torjäger mit Heimweh

Für den SV Poppenreuth ist die Vorbereitung auf die Rückrunde mit reichlich Stress verbunden. Vier Abgänge in der Offensive müssen kompensiert werden. Hoffnung macht dafür ein Rückkehrer.

Vier tschechische Spieler haben den SV Poppenreuth in der Winterpause verlassen, darunter die torgefährlichen Angreifer Daniel Weber (rechts) und Josef Kotrba (am Ball). Bild: Gebert
von Redaktion OnetzProfil

Poppenreuth. Vieles ist in der Schwebe. Die Mannschaft des SV Poppenreuth ist zwar seit vergangenem Dienstag wieder im Training und bereitet sich auf die anstehende Rückrunde vor, doch welche Elf den Klassenerhalt in der Bezirksliga Oberfranken Ost meistern soll, ist noch völlig offen. Noch im Sommer schwärmte Spielleiter Reinhard Glatz von "jungen und talentierten" Neuerwerbungen aus Tschechien. Das Gesicht des SVP wurde einer Verjüngungskur unterzogen, einige der verpflichteten Jungspunde zeigten vielversprechende Ansätze und ließen ihr Potenzial aufblitzen.

Doch in der Winterpause haben sich vier von ihnen schon wieder verabschiedet - zurück in die tschechische Heimat. Josef Kotrba, Ladislav Kucera, Daniel Weber und Dominik Mikiska kehrten den Poppenreuthern den Rücken. Besonders schwer dürfte Kotrbas Abgang wiegen. Der Stürmer war im Herbst der Torjäger des Teams und steuerte in 13 Spielen fünf Treffer und eine Vorlage bei.

Glatz weiß um den Verlust an Qualität, der mit dem Quartett einhergeht. "Wir haben jetzt ein kleines Problem im Offensivbereich." Die vier Tschechen erzielten zusammen immerhin 12 der 26 Poppenreuther Tore. Am Erfolg kann es also nicht gelegen haben. Was sorgte für ihren plötzlichen Abgang? "Sie haben sich nicht mehr wohlgefühlt, waren unzufrieden", sagt Glatz "es gab Sprachprobleme am Arbeitsplatz." Die jungen Männer hätten sich mehr von der neuen Station erhofft, glaubt er. "Sie waren zu weit von der Heimat weg, fast hundert Kilometer."

Rückkehrer Komberec

Nun ist der SV gefordert, rasch Ersatz zu finden. Ende Januar kehrte bereits Lukas Komberec nach Poppenreuth zurück (wir berichteten). Der Stürmer spielte in der Hinrunde für den Bayernligisten SpVgg Bayern Hof, allerdings sei ihm "der Mehraufwand zu groß" gewesen, den die fünfte Liga einem Spieler abverlangt, weiß Glatz. Neben Komberec braucht es aber noch weitere Zugänge, um im Angriff schlagkräftig zu bleiben. Derzeit absolvieren einige Akteure aus Tschechien ein Probetraining im Steinwald. "In einer Woche wissen wir, ob sie geeignet sind", prognostiziert Glatz. Neu im Team ist bereits Edu Klimov, der Torhüter kommt aus Karlsbad.

Momentan trainiert der SVP auf dem Kunstrasenplatz des tschechischen Clubs FC Franzensbad. Die eigenen Trainingsanlagen sind vom Schnee noch völlig durchweicht. Spielertrainer Vaclav Peroutka hat gute Kontakte nach Franzensbad. Glatz ist darüber froh: "Die Bedingungen sind optimal und die Kosten für die Benutzung sind finanziell machbar."

In den Testspielen gegen die Kickers Selb, den FC Eger und Sokolov wird sich herausstellen, wie gut die Mannschaft für die Rückrunde gewappnet ist. Der SV überwintert auf Platz 12, dem Relegationsrang der Bezirksliga Oberfranken Ost. Zu wenig nach den Ansprüchen von Glatz: "Wir wollen Abstand zu den Abstiegsrängen schaffen", sagt er, "mein Eindruck ist, dass wir absolut bezirksligatauglich sind."

Gerade Rückkehrer Komberec macht ihm Hoffnung, doch auch die noch kommenden Zugänge sollen "nicht nur Auffüllmaterial" sein. Will der SV nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen werden, müssen die Neuen bald liefern. Denn: In den ersten fünf Rückrunden-Partien trifft Poppenreuth ausschließlich auf Teams aus den Top-6 der Tabelle.

Wir haben jetzt ein kleines Problem im Offensivbereich.Reinhard Glatz, Spielleiter des SV Poppenreuth
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