24.01.2018 - 20:10 Uhr
WaldershofOberpfalz

Echte Kavaliere der Straße Wanderer helfen vorbildlich

Auf dem Weg durch den Steinwald verliert Maria Löwenhag die Kontrolle über ihr Auto. Sechs Winterwanderer sind zufällig zur Stelle und kümmern sich selbstlos um alles.

von Oswald ZintlProfil

Den Ausflug nach Friedenfels zum Frauentreffen in der "Schlossschänke" wird Maria Löwenhag aus dem Waldershofer Ortsteil Hard so schnell nicht vergessen. Am Dienstag vergangener Woche - die Witterungsbedingungen waren bei Schnee und Eis nicht die besten - stand für sechs Freundinnen aus der Region das Treffen in Friedenfels auf dem Programm. Maria Löwenhag hatte wegen der unsicheren Witterungslage immer wieder daran gedacht, die Fahrt nicht anzutreten. Doch die Verbundenheit zu der eingeschworenen Frauenriege und die Freude auf das Wiedersehen waren größer. Schließlich freuen sich ja alle Frauen auf diese regelmäßigen Treffen, die an verschiedenen Orten stattfinden, zum Austausch von Neuigkeiten. Kurz nach 18 Uhr saß die begeisterte Autofahrerin am Steuer ihres Wagens und lenkte diesen durch den kurvenreichen Straßenverlauf im Steinwald Richtung Friedenfels. Auf etwa der halben Strecke - kurz vor dem Gehweg nach Frauenreuth - wollte die geübte Fahrerin das Auto herunterbremsen. Doch der Wagen geriet ins Schlingern und kam erst nach 100 Metern zum Stehen - mit fatalen Folgen für den fahrbaren Untersatz. Maria Löwenhag erinnert sich, dass sie unbewusst nach Hilfe rief, obwohl sie alleine im Auto saß und weit und breit kein anderer Verkehrsteilnehmer auszumachen war. Kaum hatte sie ihre Gedanken gesammelt, sah Löwenhag kleine "Irrlichter" auf sich zukommen. Es waren fünf Männer und eine Frau, ausgerüstet mit Stirnlampen, die auf einer Winterwanderung durch den verschneiten Steinwald waren.

Unfallstelle abgesichert

Die sechs Helfer kümmerten sich spontan um Maria Löwenhag, die bei dem Unfall unverletzt blieb und ohne Handy unterwegs war. Sie riefen die Polizei und Sohn Herbert an, sicherten nach vorne und hinten die Unfallstelle und gingen erst wieder, als alle Formalitäten erledigt waren und das Auto abgeschleppt war. Maria Löwenhag wollte sich spontan mit einer Spende bei den "Kavalieren der Straße" bedanken, die das aber dankend ablehnten. Erst als sie wieder zu Hause war, fiel ihr ein, dass sie sich nicht nach den Namen der freundlichen Helfer erkundigt hatte. Als sie dieses Erlebnis in der Singstunde des Kirchenchores am darauffolgenden Freitag in Poppenreuth erzählte, kam Sangesbruder Otmar Siegle auf den Gedanken, dass diese Geschichte in die Zeitung gehört, um aufzuzeigen, dass es immer noch Menschen gibt, die selbstlos anderen helfen. Maria Löwenhag würde sich riesig freuen, wenn sich die offensichtlich aus Friedenfels stammenden Winterwanderer melden würden, um sie als "Kavaliere der Straße" vorzuschlagen.

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