01.12.2017 - 17:38 Uhr
WaldershofOberpfalz

Nahrung für Storch und Biber

Beim zweiten Umwelt-Meeting bricht Stefan Müller eine Lanze für die Kösseineaue als schützenswertes Stück Heimat. Dort hat inzwischen ein Biber sein Domizil.

Für ihr Naturschutz-Engagement zeichnete Stefan Müller (Mitte) Ursula Schimmel und Konrad Zier mit einem Öko-Waldi aus. Bild: fpoz
von Oswald ZintlProfil

Die Resonanz auf das zweite Waldershofer Umwelt-Meeting des CSU-Ortsverbandes im Musik-Bahnhof "Schaffnerlos" war hervorragend. 50 Naturfreunde und Interessierte verfolgten dabei gespannt den Vortrag von Stefan Müller zum Thema "Unsere Kösseineaue - ein schützenswertes und wertvolles Stück Heimat". Bevor Müller sein Projekt vorstellte, appellierte er an die Besucher: "Wir müssen immer ein wachsames Auge auf unsere Natur haben."

Mit topografischen Informationen - unterlegt mit vielen alten und neuen Fotos sowie Landschafts-Karten - führte Stefan Müller die Besucher in die Naturregion in und um Waldershof. Dabei erinnerte er an den Stadelweiher, die Häring- und Schenkelmühle sowie die historischen Bachläufe. Auf dem Gemeindegebiet verlaufen viele "Bachkilometer", meist als schmales Band oder verrohrt, durch eine intensiv geprägte Kulturlandschaft. Neben der Kösseine gibt es weiter zahlreiche Bäche und Quellen im Stadtgebiet.

Der Referent ging auch auf die Hochwasser- und Starkregenereignisse der vergangenen 25 Jahre ein und spannte so den Bogen zur Kösseineaue, die zwischen der Hammerbrücke und der Staatsstraße Richtung Wiesau auf Waldershofer Gebiet liegt. Dieses Überschwemmungsgebiet entlang der Kösseine ist für Müller auf einer Länge von 750 Metern erhaltens- und schützenswert. Mit vielen Fotos dokumentierte er, wie sich dieser Auen-Lebensraum positiv auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Zwischenzeitlich hat sich dort ein Biber eine neue Heimat gesucht und im Sommer kommen die Störche und finden dort Futter.

Laut Müller hat die Stadt mit der Kösseineaue ein wertvolles Gebiet vor der eigenen Haustür, das sich als Ausgleichsfläche anbieten würde. Das Fazit von Müller: "Das Auengebiet vom Reitplatz Sankt Hubertus in Marktredwitz entlang des historischen Goldsteigs bis zur Waldershofer Hammerbrücke als Ökoprojekt der interkommunalen Zusammenarbeit forcieren und somit den Naturschutz, als auch den Naherholungswert für beide Städte extrem steigern. Die Vorteile für den Tourismus erklären sich von selber." Die Besucher quittierten mit viel Beifall. Anschließend entwickelte sich eine intensive Diskussion zum Thema Baumfällungen. Werner Greger, Ursula Schimmel, Konrad Zier, Günther Raithel und Manuela Pappenberger machten dabei deutlich, dass es sich lohne, für jeden Baum zu kämpfen, da viele davon Naturdenkmäler seien. Dazu Stefan Müller: "A Baum macht an Dregg, ist für mich kein Diskussionsthema." Und Ursula Schimmel sagte zum Thema Erderwärmung: "Wir werden in Zukunft froh sein, wenn wir unter einem Baum ein schattiges Plätzchen finden." Angeregt wurde auch ein Baumkataster, das regelmäßig überarbeitet wird und schnelle Fällungen verhindern könne.

Baumfällungen

Für viel Aufregung sorgten in den zurückliegenden Wochen und Monaten Baumfällungen im Stadtpark und ganz besonders auf dem Rosenthal-Areal, wo eine ganze Winterlindenallee der Säge zum Opfer fiel. Das Gleiche gilt für die Bäume an der Ringstraße und neu die Baumfällungen auf dem Poppenreuther Friedhof. Vor Kurzem wurde eine einzelne, frei stehende, landschaftsprägende Fichte am Wolfersreuther Berg gefällt, ebenso eine Erle am "Sulzbächle". Nicht zu vergessen das Zurückschneiden und Verunstalten von Bäumen durch Anwohner in den unterschiedlichen Stadtteilen. (fpoz)

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.