26.02.2018 - 19:18 Uhr
Waldershof

Schwer verletzter Mann in Waldershof aufgefunden Identität geklärt - keine Hinweise auf Gewalttat

Am Freitagfrüh, 2. Februar, hatte ein Winterdienst-Mitarbeiter einen blutüberströmten Unbekannten in der Einfahrt zum Scherdel-Logistikzentrum gefunden. Jetzt ist die Identität des Mannes geklärt. Es handelt sich um einen 33-jährigen Polen. Er war Beifahrer eines Lkw und hatte in dieser Nacht zu viel getrunken.

von Christine Ascherl Kontakt Profil

Waldershof/Weiden. Es sei inzwischen klar, dass keine Gewalteinwirkung durch Dritte vorliegt, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag. Noch nicht abgeschlossen ist das Verfahren hinsichtlich des Lkw-Fahrers, mit dem der 33-Jährige unterwegs war. Geklärt werden soll, ob sich dieser möglicherweise der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht hat. Er war am Freitag allein nach Polen zurückgefahren.

Soweit lässt sich der seltsame Unglücksfall rekonstruieren: Die beiden Männer waren bereits am Donnerstag, 1. Februar, vor Ort und sollten am Freitag Ladung aufnehmen. Am Vorabend deckten sie sich im Supermarkt mit alkoholischen Getränken - hochprozentig - ein. Vom 33-Jährigen ist bekannt, dass er stark alkoholisiert war. Die Männer befanden sich im Führerhaus, als der 33-Jährige abends oder nachts aus ungeklärtem Grund den Lkw verließ und auf seinem Weg durch die Nacht schwer stürzte. Der Lkw-Fahrer startete seine Tour am Freitag ohne ihn. Laut Schäfer ist sogar möglich, dass er von dem folgenschweren Sturz seines Landmannes gar nichts mitbekommen hatte.

Ein Winterdienst-Mitarbeiter hatte den stark unterkühlten Verletzten mit schweren Kopfverletzungen gegen 3.30 Uhr an der Rodenzenreuther Straße im Schnee gefunden. Der Unbekannte wurde vom Roten Kreuz sofort ins Krankenhaus Marktredwitz transportiert und aufgrund seines kritischen Zustands später in eine Spezialklinik verlegt. Die Kriminalpolizei Weiden setzte alles daran, die Identität des 1,90-Meter-Mannes in Tarnfleckhosen zu klären.

Laut Polizeisprecher Albert Brück wurde lediglich in der Jacke ein polnischer Aufnäher gefunden, der Schlüsse auf die Nationalität zuließ. Den Ermittlern der Kripo sei es nun mit aufwändigen Ermittlungen gelungen, die Identität zu klären und die polnischen Behörden einzubinden. Zudem ist der Verletzte endlich ansprechbar. Sein Zustand hat sich stabilisiert, er sei auf dem Weg der Besserung, so Brück. Laut Leitendem Oberstaatsanwalt Schäfer hapert es eventuell etwas mit dem Erinnerungsvermögen.

Das Unternehmen Scherdel hat mit dem Fall nichts zu tun. Täglich werden an der Einfahrt des Logistikzentrums rund 70 Lkw abgefertigt, die Waren in alle Welt liefern.

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