02.10.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Signal gegen Gedankenlosigkeit

Sie alle wollen Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Pflanzen und das Erspüren des jahreszeitlichen Rhythmus der Natur vermitteln. 15 Frauen und 1 Mann dürfen sich jetzt "Mentor für Garten und Natur" nennen.

Für die Übergabe der Zertifikate an die Mentoren für Natur und Garten war das Gewächshaus zur Festhalle umfunktioniert worden. Bild: kgg
von Autor KGGProfil

"Schön dass ihr alle da seid", sagte Johanna Härtl, Leiterin des Kultur- und Begegnungszentrum und der Umweltstation bei der abschließenden Feier mit Übergabe der Urkunden am Samstagnachmittag. Äbtissin Laetitia Fech sah das Erntedankfest auch als Zeichen gegen die Gedankenlosigkeit, mit der moderne Menschen in die vollen Regale der Supermärkte greifen - in der Meinung, dies alles sei selbstverständlich.

"Wir wissen, dass viele Millionen Menschen auf unserem Globus hungern, kaum das Nötigste zum Leben haben, von Katastrophen heimgesucht werden, die ihnen alle Lebensgrundlagen nehmen," Um das Erntedankfest bewusst und von Herzen begehen zu können und nicht nur als theoretische Übung zu begehen, sei es nötig, dass der Mensch eine Beziehung zum Boden, zur Erde hat. "Diesen Umgang mit dem Ackerboden haben heute in der Landwirtschaft nur noch wenige Menschen." Gar nicht so wenig seien es aber, die einen Garten ihr Eigen nennen und pflanzen und ernten können.

Gute Arbeit

Die Äbtissin unterstrich, dass sich Johanna Härtl als Leiterin des Kultur- und Begegnungszentrums sowie der Umweltstation in so kurzer Zeit eingearbeitet hat und zusammen mit ihrem Team hier gute Arbeit für die Abtei mit leistet.

Im Anschluss lud Mentorin und zertifizierte Kräuterführerin Karin Gonzalvo alle Teilnehmer zu zwei meditativen Kreistänzen ein. Die Schwestern rundeten mit ein paar religiösen Impulsen und Gesängen die Erntedankfeier ab. Bei der Übergabe der Zertifikate im Gewächshaus freute sich die zertifizierte Kräuterführerin Anita Nocke, dass sich die 15 Frauen und 1 männlicher Teilnehmer dieser Fortbildung unterzogen haben: Man könne nicht genug die Jugendlichen auffordern, ihr Wissen über die Einmaligkeit Natur zu erweitern und sich zu Eigen zu machen.

Herz-Kartoffeln

Sie dankte den Mentoren, dass sie diese Zusatzausbildung gemacht haben - und dass sie sich künftig noch stärker dabei engagieren wollen, um Kindern und Jugendlichen die Schönheit der Natur zu vermitteln. Zusammen mit Johanna Härtl überreichte Anita Nocke die Urkunden zu dieser ersten Mentoren-Fortbildung. Zu den Zertifikaten überreichte Johanna Härtl jedem Teilnehmer eine von ihr am Vortag auf dem elterlichen Hof geerntete Herz-Kartoffel.

Bürgermeister Bernd Sommer gratulierte den Teilnehmern und freute sich über den Erfolg der ersten Mentoren-Fortbildung. Sie werde künftig im Bildungsprogramm des KuBZ ihren Platz behalten. (Info-Kasten)

Mentor für Garten und Natur

Zur Zielgruppe der Mentoren-Ausbildung gehören Erzieherinnen, Lehrerinnen, Multiplikatoren an Schulen oder anderen Einrichtungen sowie außerdem Kräuterführer beziehungsweise Kräuterpädagogen und Jugendleiter von Gartenbauvereinen. Zum Inhalt der Fortbildung gehören: Gestaltungsideen für einen Naturerlebnisraum wie Kräuterschnecken, Bohnen-Tipis und dergleichen mehr. Außerdem eine kleine Sortenkunde über Gemüse, Beeren und Obst; das Gärtner-Abc Anbau, Pflege und Ernte. Die "Gartenwerkstatt" bietet erlebnisorientierte Vermittlung des Themas für Kinder, Vorträge, Praktische Übungen und Workshops, Gruppen und Einzelarbeit. (kgg)

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