13.11.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

50 Jahre Herbstkonzert in der Basilika "Elias" begeistert beim Jubiläum

Ungewöhnlicher Auftakt: Das Konzert beginnt mit einem Ständchen, gesungen vom Publikum. "Viel Glück und viel Segen", angestimmt von Pater Romanos Werner, der in dem Oratorium den "Elias" singt, wird im dreistimmigen Kanon gesungen und erhält Beifall von den Chören und dem Orchester.

Beim Jubiläumskonzert begeisterten auch die Solistinnen (von links) Christine Kohl, Lori Liebelt, Ira Maria Scholz sowie Gisela Malzer. Bild: Zeigler
von Autor ZCHProfil

Der Sonntag steht unter einem besonderen Zeichen: Mit dem sehr gut besuchten Herbstkonzert werden 50 Jahre Basilikakonzerte Waldsassen gefeiert. Zur Aufführung kommt das Oratorium Elias, op. 70 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zweieinhalb Stunden festliche Musik mit dem Orchester Czech Virtuosi, den Chören der Basilika Waldsassen und "Rastislav Blansko" sowie sechs Solisten sind ein angemessener Rahmen für die Feierlichkeiten. Ira Maria Scholz (Sopran), Lori Liebelt (Alt) und Jan Petryka (Tenor), sowie Gisela Malzer (Sopran II) und Christine Kohl (Alt II) sind neben Pater Romanos Werner (Bass) weitere Solisten.

Stilsicher und ausgewogen

Das Oratorium nach Worten des alten Testaments beginnt mit dem Fluch des Elias, der im Namen Gottes spricht. Die Ouvertüre folgt danach, und das Orchester unter Leitung von Andreas Sagstetter beweist sofort seine Klasse. Stilsicher, mit ausgewogenen Registern und wunderbarem Zusammenspiel ist die Ouvertüre ein Hörgenuss. Der große Chor steht dem Orchester in nichts nach. Strahlende Soprane, der sanfte Alt, wunderschöne Tenorstimmen und eindringliche Bässe bilden einen homogenen, kraftvollen Klangkörper, den Sagstetter mit präzisem Gestus zu großen Steigerungen fordert oder behutsam zurücknimmt.

Die Solisten geben in den Arien, Rezitativen, solistisch, im Duett, Terzett oder Quartett ihr Bestes. Pater Romanos Werner (Bass) beginnt großartig. Mit kräftiger Stimme, eindringlich und mit guter Artikulation singt er den Elias. Allerdings kommt er im Laufe des opulenten Werkes doch ein wenig an seine Grenzen. Die tieferen Lagen werden leiser und nicht alle Töne kommen in perfekter Intonation. Jan Petryka (Tenor) begeistert mit tadellosem, eindringlichem Gesang.

Stehende Ovationen

Ira Maria Scholz besticht mit ihrer klaren und intensiven Sopranstimme. Ebenso Gisela Malzer (Sopran II) und Christine Kohl (Alt II). Die Amerikanerin Lori Liebelt (Alt) singt stilsicher empfindsam, wehmütig oder dramatisch. Nur selten kann man hören, das Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Besonders hervorzuheben ist das Sopran-Duett und das Terzett der Sopranistinnen die engelsgleich "Hebe deine Augen auf zu den Bergen" singen. Nach dem fulminaten Schlusschor will der Beifall kein Ende nehmen. Stehende Ovationen bekommen die Künstler für ihre beeindruckende Aufführung.

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