Ensemble "Allegra" bei Konzert des Kammermusikkreises im Harmoniesaal in Waldsassen
Liebesfrühling im Sommer

Von links: Birgit Heller-Meisenburg (Oboe), Christof von der Heyden (Violine), Christian Heller (Viola) und Gernot Nutzenberger (Violoncello) waren zu Gast beim Waldsassener Kammermusikkreis. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
17.07.2017
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Ein selten gehörtes Quartett mit Oboe und Streichtrio war beim Kammermusikkreis im Harmoniesaal im ehemaligen Abtschloss zu Gast. Das Ensemble "Allegra" bestehend aus Birgit Heller-Meisenburg (Oboe), Christof von der Heyden (Violine), Christian Heller (Viola) und Gernot Nutzenberger (Violoncello) spielte unter dem Titel "Liebesfrühling - Lieder ohne Worte" bekannte und weniger bekannte Werke aus Klassik und Romantik.

Mozart und Beethoven

Im ersten Konzertteil standen die großen Klassiker Mozart und Beethoven auf dem Programm. Das Quartett in F-Dur für Oboe und Streichtrio KV 370 von Wolfgang Amadeus Mozart machte dem Namen des Ensembles "Allegra" alle Ehre. Fröhlich und heiter wurden die eingängigen Melodien mit gewissenhaft ausgeführten Phrasierungen auf der Oboe gespielt. Die Streicher verfolgten die Solistin aufmerksam und lieferten besonders im getragenen Adagio einen wunderbaren Grundklang zu den melismatischen Oboenklängen.

Die siebensätzige Serenade für Streichtrio in D-Dur, op. 8 von Ludwig van Beethoven hielt einige Überraschungen bereit. Nicht immer spielten die Streicher in vollkommener Intonation, doch der Gesamteindruck ließ den unterhaltenden Charakter des Werkes wunderbar deutlich werden. Ein schneller Marcia (Marsch) führte zum Fenster der Geliebten, vor dem dann ein sehnsüchtiges Liebeslied (Adagio) erklingt. Das Menuett ist kurz und beschwingt mit einem flotten Tanz und einem kecken Pizzicato-Schluss. Nach einem überraschendem Adagio mit zwei schnellen Einschüben, der tänzerischen Polacca und den Variationen, in denen sich die einzelnen Musiker quasi der Geliebten vorstellen, folgte wieder der Marsch von Anfang.

Im zweiten Konzertteil ging es in die Romantik. Charles Bochsa, Clara Schumann, Gustav Mahler, Richard Wagner und Robert Schumann standen auf dem Programm. Die beiden Werke für Oboe und Streichtrio von Clara Schumann und Mahler hatten das selbe Gedicht "Liebst du um Schönheit" von Friedrich Rückert zum Titel, konnten aber gegensätzlicher kaum sein: Schumann schwelgte in schönsten romantischen Klängen mit einer wunderbar gesanglichen Oboenstimme - Mahler kostete die harmonische Vielfalt in allen Einzelheiten aus.

Technisch perfekt

Höchst interessant war die Hirtenszene und das Finale aus "Tristan" von Richard Wagner. Die Schalmei des Hirten erklang aus dem Nebenraum, einfühlsam und technisch perfekt gespielt von Heller-Meisenburg auf dem Englischhorn. Beim dramatischen Finale, das die drei Streicher fast wie ein Orchester intonierten, war sie mit der Oboe wieder zurück.

Nach den sechs poetischen Szenen für Oboenquartett von Robert Schumann, gab es langanhaltenden Beifall. Die Musiker bedankten sich mit zwei "Ohrwürmern" - einem lustigen "Veronika, der Lenz ist da" und der "Träumerei" von Robert Schumann.
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