Festkonzert in der Basilika Waldsassen
Einfach nur grandios

Die fulminanten Klänge, die das "University of Central Oklahoma Wind Symphony" in der Basilika in Waldsassen hervorbrachte, begeisterte die Zuhörer. Von Orchester über Orgel und Percussion präsentierte das 60-köpfige Symphonie-Orchester eine große Breite an Klangeffekten. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
17.10.2017
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Müsste man das Festkonzert des Bläsersymphonieorchesters der University of Central Oklahoma in der Waldsassener Basilika mit einem Wort beschreiben, so fiele einem nur "grandios" ein.

Waldsassen. Festlicher hätten die Feierlichkeiten zum Abschluss der Sanierung des Waldsassener Gotteshauses nicht sein können. Unter der souveränen, temperamentvollen Leitung von Brian Lamb spielten 60 jungen Musiker zusammen mit Andreas Sagstetter an der Orgel symphonische Werke aus dem 20. Jahrhundert. Ein besonderer Höhepunkt ist auch Tess Remy-Schumacher (Violoncello), die eine verkleinerten Auswahl des Orchesters "Remember me" von David Maslanka (1943-2017) musiziert.

Gänsehautgefühl

Die Klangfülle der Bläser, eines Kontrabassisten und der sechs Percussioninsten ist nahezu berauschend. Von kaum hörbarem "Pianissimo" bis zu fulminatem "Tutti" von Orchester und Orgel wird alles geboten. Das erste Gänsehautgefühl stellt sich sofort ein: in der "Fantasia in G" von Timothy Mahr (*1956). Mit Themen aus Beethovens "Ode an die Freude" in fantastischen Akkorden und Rhythmen ist das Werk eine atemberaubende Mischung aus Klassik und Moderne.

Edward Elgars (1857-1934) "Lux Aeterna" widmen die Musiker dem dritten Komponisten des Konzertes, David Maslanka, der erst in diesem Jahr verstorben ist. "Lux Aeterna" ist ganz anders, mit ruhigem Beginn, einer mitreißenden klanglichen Steigerung und einem sanften, einfühlsamen Ende.

Für "Remember me", das Maslanka 2013 schrieb, wird das große Orchester auf etwa ein Drittel verkleinert. Tess Remy-Schumacher glänzt am Violoncello mit hingebungsvollen Cantilenen zu denen Harfe und Klarinette attraktive Klangeffekte erzeugen. Äußerst schwer zu realisierende Einsätze auf E-Piano und Vibraphon in zärtlichstem Pianissimo zu den schmerzvollen, höchst einfühlsamen Celloklängen zaubert Brian Lamb mit präzisem Gestus hervor. Ein rhythmisch temperamentvoller israelischer Tanz mit großem Klang führt zu dem tieftraurigen Schlussteil, der in tonloser Stille verhallt.

Percussion-Rausch

Die "Symphonie Number 4" von David Maslanka ist eindeutig der Höhepunkt des Abends. Mit typisch amerikanischem Orchesterklang, der nach großartigen Landschaften klingt, hervorragenden Percussionisten, die auf Xylophon, Vibraphon und vielen anderen Schlaginstrumenten irrwitzige Rhythmen und Donnergrollen erzeugen, ist das Werk ein überwältigender, höchst abwechslungsreicher Klangrausch. Es gibt kleine Wiegenlieder und Sirenenklänge, eine rhythmisch und harmonisch völlig durchgeknallte, geradezu geniale Big-Band, ruhige, einfühlsame Teile und einen grandiosen Schluss mit vollem Orchester- und Orgelklang.

Das Publikum ist begeistert, alle Werke werden mit Beifall bedacht, obwohl dies in dem Gotteshaus unüblich ist. Der Schlussapplaus mit stehenden Ovationen will gar nicht enden. Brian Lamb lässt sich zu zwei Zugaben überreden: "Nimrod" von Edward Elgar und noch einmal der mitreißende Schlussteil der "Symphonie Number 4".
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