09.04.2018 - 14:44 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Großartige Kunst: Hamburger Ausnahmekünstlerin Jeannine Platz stellt in Waldsassen aus Mit den Farben des Himmels

Jeannine Platz, Ausnahmekünstlerin aus Hamburg, vergisst die Welt um sich herum. Und während sie die Welt vergisst, malt sie die Welt. Das ist die Kurzversion zu dieser 44-jährigen Hamburgerin, die nicht gebändigt werden kann in ihrer Kreativität.

Die Ateliers der Hamburgerin Jeannine Platz sind die Suiten großer, berühmter Hotels in den Weltmetropolen. Was dort entsteht, zeigt die Ausnahmekünstlerin aus dem hohen Norden jetzt auch im Kunsthaus Waldsassen. Bild: Baumer
von Ulla Britta BaumerProfil

Ihre Bühnen sind die großen Metropolen, ihr Werkzeug sind ihre Hände, ihr Herz diktiert die Motive. Immer beginnt sie mit den Farben des Himmels, die sie von jeher faszinieren. Was sie schafft, sind nicht nur die Silhouetten von New York, Sydney, Hongkong, Dubai, Los Angeles, Lissabon, Paris, Hamburg, Oslo oder anderen. Sie malt den Herzschlag der Metropolen dieser Welt. Dabei setzt sie einfache Mittel ein: Farbspritzer, bunte Kreise, ein Klecks grün oder ein Strich in Blau sind charakterstarke Akzente in ihren großflächigen Silhouetten. "Suite View" nennt die Künstlerin diese Blicke aus den Hotelsuiten. Dabei sammelt sie Eindrücke, um danach auf den Fußböden zu malen, was sie sieht, fühlt, denkt.

Bilder aus Hamburg geholt

Was sie kann und wie sie ist, zeigt die Künstlerin nun im Kunsthaus Waldsassen, ein besonderes Privileg für die Klosterstädter. 30 ihrer 50 Gemälde haben drei Mitglieder des Kunstvereins extra dafür aus Hamburg geholt.

Die kindliche Neugierde prägt die 44-jährige Mutter von zwei Kindern. Wenn sie vom Malen in winzigen oder 700 Quadratmeter Suiten erzählt, sprüht sie vor Leidenschaft und Kreativität. Sie berichtet von den 30 Kilogramm schweren Farben im Koffer, 30 Kilo schwer, die ausgelaufen sind zu einem Farbbrei. Sie erzählt von wechselnden Farben am Himmel und dass sie beinahe im Meer von Mexico ertrunken wäre. Sie erzählt von klappernden Stöckelschuhen in Athens Nächten. Und das sie auch in ihren Werken umsetzt. Was sie kann, was sie ist und was sie ausmacht, gefällt.

Jeannine Platz hat in 41 Städten gemalt, muss unzählige Einladungen von Hotels aus Zeitgründen ablehnen und wird als eine der ersten Ausstellerinnen in die Hamburger Elbphilharmonie geholt. Sie fühlt sich aber auch ebenso im Kunsthaus Waldsassen wohl. Offen und mit Herzblut erzählt sie bei der Vernissage am Freitag von ihrem zweiten Talent. Als Kalligraphin schreibt sie in 18 Tagen auch schon mal 10 000 Einladungskarten per Hand. "Das ist wie Yoga", sagt sie und meint damit Malen und Schreiben gleichermaßen. Ihre Leidenschaft ist immer auch ein Abenteuer, das sie sucht. Berühmte Musiker kommen, damit sie ihnen deren Songs auf den Körper zeichnet. Ästhetik pur. Bald wird das Thema einer neuen Ausstellung.

Reise zum Nordpol

Im Juli startet die Hamburgerin zum Nordpol, später in die Antarktis. Nach viel buntem habe sie Lust auf Weiß, begründet sie das. Dieser Tatendrang zieht andere in ihren Bann. Der russische Eisbrecher, der von Touristen für Nordpolfahrten viel Geld nimmt, bringt Jeannine Platz kostenlos zu ihrem neuen Wirkungsort. Schade nur, dass die Künstlerin in der Klosterstadt nur ein Hinterhofzimmer hatte. Wenn sie doch nur einen Blick auf die Basilika bekommen hätte. Aber was nicht ist, kann werden. Sie möchte wiederkommen.

___

Die aktuelle Ausstellung von Jeannine Platz im Kunsthaus (Kunstgasse 1) kann bis 13. Mai jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr (außer am 15. April) besichtigt werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.