24.01.2017 - 02:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gunter-Greffenius-Quartett beim Waldsassener Kammermusikkreis: Mit Swing und Jazz ins neue Konzertjahr

Der Abend hob sich angenehm ab vom üblichen Konzertprogramm: Besondere Interpreten an einem besonderen Ort präsentierte der Waldsassener Kammermusikkreis (WKK) zum Auftakt der Veranstaltungsreihe: Das Gunter-Greffenius-Quartett gestaltete im Foyer des klösterlichen Gästehauses St. Joseph eine "Swing-Night". Amerikanisch wie die Musik zwischen den vier Sets die kulinarische Begleitung - ein 3-Gänge-Menü, als Hauptgang Spareribs mit Stampfkartoffeln und Onion Rings - frittierte Zwiebelringe. Das Vibrafon im Vordergrund, dazu Schlagzeug, Kontrabass und E-Piano: Auf ihren Instrumenten lieferten die vier Interpreten Jazz, Blues und Swing vom Feinsten - ehrliche und handgemachte Musik in Perfektion. Da ließen sich auch Zuhörer, die sonst mit Jazz weniger anzufangen wissen, mitreißen und wippten während der Stücke rhythmisch mit den Fußspitzen den Takt mit. "Genau so haben wir uns das vorgestellt", sagte nach dem ersten Applaus Gunter Greffenius.

Gunter Greffenius am Vibrafon mit Pianist Thilo Wagner, Gary Todd am Bass und Michael Keul, Schlagzeug. Bild: hfz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

CD gegen Spende

Er führte charmant durchs Programm, warb für die CD, die nicht verkäuflich wäre, dafür aber gegen eine Spende zugunsten der Gunter-Greffenius-Stiftung, die sich für die Musikbildung von Kindern aus sozial schwachen Familien einsetzt. Genesungswünsche schickte Greffenius an Andreas Sagsetter, der krankheitsbedingt nicht dabei war. Der WKK-Vorsitzende hatte die Truppe vor einiger Zeit in der Nähe von München live erlebt und war fortan begeistert von den Instrumentalisten. Auch dem Publikum wird es so ergangen sein: Es harte Stücke, die viele an den Tischreihen "vom hören her" gekannt haben durften - etwa das "Sweet Georgia Brown", "How high the Moon", das Greffenius' Vorbild Lionel Hampton stets im Repertoire hatte, oder als Zugabe "Lady be good" von George Gershwin.

Dass sich bei der Gründung des Quartetts vor gut fünf Jahren vier Vollblut-Musiker zusammengefunden haben, zeigte sich während des Abends immer wieder - auch dass den vier Akteuren das gemeinsame Musizieren großen Spaß bereitet. Gunter Greffenius, der virtuos mit den Schlegel über die Klangstäbe seines Vibraphons wirbelt. Oder Pianist Thilo Wagner, der stets mit einem Lächeln und ohne äußerlich sichtbare Anspannung seine Parts meisterte. Und der aus New York stammende Gary Todd am Kontrabass. Außerdem Michael Keul, das "Baby der Band", wie Greffenius den Schlagzeug-Dozenten an der Musikhochschule in München vorstellte.

Immer wieder durften die Musiker ihre solistischen Qualitäten beweisen, was das Publikum auch zwischendurch zum dankbaren und anerkennenden Applaus anspornte.

 

 

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