06.03.2018 - 20:00 Uhr
Waldsassen

KiWi-Chor: Jubiläumskonzert in der Aula des Klosters Früchtchen von damals sind reif

Die Mädels können auch ganz klassisch: "Am Brunnen vor dem Tore" - so das erste Stück, sauber und perfekt vorgetragen. Dann ist es schon wieder vorbei mit dem Liedgut, wie es sonst bei "normalen" Chorkonzerten zu hören ist.

von Paul Zrenner Kontakt Profil

Zur Eröffnung betritt der "KiWi"-Chor mit angeklebten Schnurrbärten und Hüten die Bühne: Moderatorin Tamara Härtl begrüßt - augenzwinkernd, steif und mit "bla, bla, bla ..." - die Gäste. Dass dies eine Art Parodie sein soll, ist auch Georg Ebenhöch im Publikum in Klosteraula nicht entgangen. Doch dem Vorsitzenden des Sängerkreises Nordoberpfalz scheint's zu gefallen. Am Ende des Konzerts gratuliert Ebenhöch der musikalischen Leiterin Martina Kick-Wittmann - zum Konzert und zum Jubiläum. "KiWi" - Namensgeberin des Chores - freut sich über die Glückwünsche.

Ein Jahrzehnt "KiWi-Chor" - das Jubiläumskonzert hebt sich erfrischend ab von den Veranstaltungen, die es sonst bei derartigen "runden" Geburtstagen gibt. Die "KiWi-Früchtchen"sind reif geworden, den Schulchor von damals gibt es nicht mehr. Nur eine Chorsängerin besucht die Realschule der Zisterzienserinnen, alle anderen Mädels in Kick-Wittmanns Truppe sind an weiterführenden Schulen oder berufstätig. Das Programm vielseitig, die Darbietungen beinahe durchwegs professionell und souverän. Die Akteure sind stets fixiert auf die "Chefin" am Pult. Stimmliches Pendant zu den kraftvollen Frauenstimmen sind bei einem großen Teil des Programms fünf Männer - die Brüder Robert, Claus und Oliver Ernstberger sowie Robert Hauer und Ferdinand Sperber.

Das Konzert beschert dem Publikum einen unterhaltsamen Abend. Die Zuhörer in der Reihen dürfen sogar mitsingen - etwa beim bayerisch-böhmischen Teil (wir berichteten) oder bei "Hallo Klaus" ("Zruck zu dir"). Viele Songs kennt das Publikum aus dem Radio: "Africa" von der Band "Toto" mit dem markanten und perfekten Querflöten-Solo in der Mitte des Stücks, Titel aus dem Musical "Grease" und etwa aus dem Film "Flashdance" oder auch "Griechischer Wein" von Udo Jürgens.

Dabei sorgen die Arrangements mit den Frauen- und Männerstimmen abwechselnd oder gemeinsam für starke harmonische Momente. Bis auf wenige Ausnahmen wird der Chor abwechselnd von zwei Könnerinnen virtuos am Flügel begleitet - Silvia Gmeiner und Laura Thurner. Sie wie zuvor Oliver Ernstberger (Gitarre und Gesang) beeindrucken ihr Publikum noch mit Solo-Einlagen - und überbrücken damit die Zeit, bis sich die Mädchen in einem Raum im Pfortenflügel des Klosters umgezogen haben. Die mehrmals wechselnde Garderobe ist ebenfalls ein Element, das sich bei Kiwi-Konzerten über die Jahre erhalten hat: Mal erscheinen die Mädels inklusive Chorleiterin in Jeans und schwarzen Kiwi-Shirts mit grünem Kiwi-Button, mal im Dirndl sowie zuletzt in Lederjacken: Dann laufen auch die Jungs in weißen Muscle-Shirts ein - wie einst Freddie Mercury. Der abschließende Block mit "Queen"-Hits bildet gleichzeitig den Höhepunkt des Konzerts. Vor allem mit dem Arrangement des Rocksongs "Bohemian Rhapsody" aus dem Jahre 1975 mit wechselnden Tempi und mehrstimmigen Passagen gelingt dem Chor mit kraftvollem Stimmvolumen eine starke Leistung. So macht Chormusik richtig Spaß.

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