13.03.2018 - 20:00 Uhr
Waldsassen

Klaus Rosner beeindruckt beim Kammermusikkreis Ein Feuerwerk aus Rhythmus und Klang

Von Christiane Zeigler

In die vielfältige Welt der Schlagzeug-Musik entführt Klaus Rosner bei seinem Konzert in Waldsassen. Bild: Zeigler
von Autor ZCHProfil

Waldsassen. Vier Pauken, Vibraphon, ein Set-Up mit verschiedenen Trommeln, Becken und Cowbells sowie natürlich die unverzichtbare Snaredrum füllen die ganze Breite des Harmoniesaales. Das Konzert des Kammermusikkreises im gut gefüllten Harmoniesaal des ehemaligen Abtschlosses ist mitreißend und alles andere als nur laut und voller Rhythmus.

Klaus Rosner präsentiert am Samstag klassische Percussionsmusik aus verschiedenen Ländern. Der Musiker und Lehrer an der Kreismusikschule Tirschenreuth hat eine Vielzahl an Schlaginstrumenten mitgebracht, alles beherrschend ist im Zentrum das 5-oktavige Marimbaphon aufgebaut.

Zarteste Klänge entlockt

Dem Marimba entlockte Rosner zarteste Klänge mit "A little Prayer" von Evelyn Glennie. Das Stück hatte sie im Alter von erst 13 Jahren komponiert. Durch zartestes Tremolo erzeugt er langanhaltende, schwebende Töne, die man kaum einem Schlaginstrument zugetraut hätte.

Auf dem Vibraphon beeindruckt der Musiker mit "Festival Songs" von Eckard Kopetzki. Ruhige, klangvolle Teile werden von rhythmisch tanzenden Phasen abgelöst. Das Vibraphon wird, ähnlich wie ein Klavier mit einem Pedal gespielt, das die Klänge verlängert oder abdämpft. Besonders deutlich wird dies in "Mirror from Another" von David Friedman. Für das kontemplative Stück schaltet Rosner die grelle Saalbeleuchtung aus und spielt im Halbdunkel. Mit einem beruhigenden Ostinato in der mittleren Lage und klangvoller, getragener Melodie im Bass und in den Höhen ist es ein entspannender Hörgenuss. Der Schluss wird ohne Pedal gespielt, was einen besonders sanften und gleichzeitig trockenen Klang erzeugt.

Beeindruckend das Solostück für 4 Pauken "Symplegades" von Leander Kaiser. Die Pauken erzählen die Geschichte der Reise von Iason und den Argonauten auf der Suche nach dem goldenen Vlies. Ein lauter Paukenschlag zu Beginn lässt etliche Zuhörer aufschrecken. Es folgt ein Feuerwerk aus Rhythmus und Klang. Rasende Wirbel, Umstimmen während des Spiels, das Spiel mit Jazzbesen und Stock auf Stock sorgen für große Abwechslung.

Besonders viel Beifall gibt es für "Latin Journey" von David Mancini für Set-Up. Atemberaubende Rhythmen auf Woodblock, Cowbells, Becken und verschiedensten Trommeln lassen das Publikum fasziniert und staunend über die irrwitzigen Geschwindigkeiten zuhören.

Zwei Zugaben

Seine großartige Schlagtechnik demonstriert Rosner ebenso eindrucksvoll auf der Snare-Drum auf der er vier Stücke verschiedener Komponisten spielt. Auch hier gibt es erstaunliche Klangvielfalt durch unterschiedlichste Spielweisen mit Händen, ohne Snares, auf dem Rand, Stock auf Stock und vieles mehr.

Zum Abschluss spielt Rosner "Iljias" von Nebojsa Jovan Živkovic, ein hoch anspruchsvolles Stück für Marimba. Nach so viel Klang und Rhythmus gibt es folgerichtig auch rhythmischen Beifall vom begeisterten Publikum, für den sich der Künstler mit zwei Zugaben bedankt.

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