26.11.2017 - 17:36 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Kreismusikschule präsentiert Werke von Mendelssohn Bartholdy, Schubert und Raff: Premiere der "Symphoniker"

Die Anforderungen sind hoch, die Stücke anspruchsvoll. Langer Beifall belohnt das Kammerorchester der Kreismusikschule.

Die "Stiftländer Symphoniker" mit Dirigent Jakob Johannes Schröder begeisterten am Samstag beim Konzert in Waldsassen. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Beim Konzert am Samstagabend in der städtischen Turnhalle erleben die leider wenigen Gäste beim Herbstkonzert mit dem Titel "Ein feste Burg ist unser Gott" eine Premiere: Aus den bislang als Kammerorchester agierenden Instrumentalisten der Kreismusikschule Tirschenreuth (KMS) ist das "Symphonieorchester im Stiftland" geworden. Kreismusikschulleiter Tobias Böhm begründet dies damit, dass das Orchester auf 40 Mitglieder angewachsen ist. "Das darf sich schon Symphonieorchester nennen", so Böhm. Der 40-jährige Waldsassener ist aufgeregt. Das erklärt sich damit, dass dies Böhms erstes Konzert als Leiter der KMS ist, was er dem Publikum gern erzählt. Böhm, aufgewachsen in Waldsassen und später als Musiklehrer in Marktredwitz, Neustadt und Tirschenreuth tätig, hat im Juli die KMS-Leitung von Jakob Schröder übernommen. Schröder sitzt an diesem Abend im Publikum.

Das Konzert dauert bis gegen 22 Uhr; doch die Zeit vergeht im Flug. Dabei sind die Anforderungen an die Akteure enorm mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Schubert und Raff. Gewaltig und schwer beginnt das Konzert mit der Ouvertüre "Ein feste Burg ist unser Gott" von Joachim Raff. Der Komponist hat im 18. Jahrhundert dieses Werk geschrieben, das am Samstag seine Wirkung nicht verfehlt. Das Publikum hört hingebungsvoll zu. Die teils klassik-erprobten Zuhörer danken dem Orchester für diese eindrucksvolle Darbietung mit viel Applaus. Weiter geht es mit Abwechslung. Diese bringt Franz Peter Schuberts Musik. Die Sinfonie Nr. 1 D-Dur, Andante, ist schwungvoll.

Nach der Pause wird mit Felix Mendelssohn Bartholdys "Sinfonie Nr. 5 d-moll op. 107, Reformation" Weltberühmtes von einem der bedeutendsten Komponisten der Romantik dargeboten. Auch hier konzertieren die Stiftländer Musiker ausgesprochen feinfühlig, der geistliche Charakter der Sinfonie füllt die Turnhalle mit feierlicher Gottesdienst-Stimmung. Das Stück, das später auch Richard Wagner als "Gralsmotiv" für die Oper Parsifal verwendete, hat tiefen Nachklang. Tobias Böhm ist zufrieden mit den Leistungen der Musiker. Ebenso ergeht es seinem Vorgänger im Publikum, der als Gast den Abend rundherum genießen konnte. "Ja, sie waren wieder gut", fällt Jakob Schröders Urteil wohlwollend aus. Freilich ist Schröder nicht gänzlich "unbelastet" vor Ort. Sein Sohn Jakob Johannes Schröder agiert seit vielen Jahren als Dirigent und ab jetzt als "Symphonieorchester-Dirigent". Mit Hinweisen auf kommende Kreismusikschul-Veranstaltungen, einer Zugabe von Mendelssohn Bartholdy und großem Applaus geht ein herrlicher Konzertabend in der Klosterstadt zu Ende.

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