06.02.2018 - 20:00 Uhr
Waldsassen

Liedermacher Lukas Meister überzeugt sein Kunsthaus-Publikum mit feiner Lyrik Der Meister der gesungenen Worte

Wer Lukas Meister singen und erzählen hört, hat gewiss keine Langeweile mehr. Vorausgesetzt, der Zuhörer lässt sich darauf ein und lauscht, was dieser junge Mann zu sagen hat. Es sind die Momente, die jeder kennt. Es sind die Tatsachen, die jeder mit sich trägt im Alltag, ohne sie wirklich zu beachten: Meister profitiert von seiner Gabe, die Sprache zum Spielball seiner Musik zu machen.

Singer/Songwriter Lukas Meister spielt mit den Worten. Seine Texte sind feinsinnig und immer wieder auch mit viel Humor bedacht.
von Ulla Britta BaumerProfil

Das gefällt (nicht nur) den Frauen, die seine Songs über Liebe und Liebschaften, über Sehnsucht und übers "Vorbei-sein" mögen. Zu Füßen liegt ihm die holde Weiblichkeit aber nicht. Das passt nicht zu dem Songwriter mit dem großen Herzen. Dennoch scheint er gewissermaßen prädestiniert zu sein als "Frauenversteher". Wenigstens habe ihn ein Fan auf einem Konzert derart bezeichnet, erzählt Lukas Meister und lacht.

Hintergründige Musik

Im Kunsthaus findet der Liedermacher am Sonntagabend ein aufmerksames Publikum. Nicht nur die Frauen lassen sich gerne treiben von der hintergründigen Musik dieses Mannes, der gelassen auf dem Bühnenhocker sitzt und erstaunlich kluge Weisheiten von sich gibt. Erstaunlich deshalb, weil er gerade 31 Jahre alt ist.

Gehört da Weisheit schon dazu? Es ist die Wortwahl, die ihn zum jungen Philosophen werden lässt. Er geht mit oder ohne Gitarre mit Worten spazieren.

Der Musiker - an Bass, Keyboards und Gesang von Nias Kasparick begleitet - teilt seine Lied-Geschichten mit "besten Freunden". Die lockere Atmosphäre steht auf "mach' langsam" heute Abend, beide haben es nicht eilig. Von ihm gibt es keine Songs im "Sekundentakt". Viel hat er zu erzählen. Er lässt sich treiben, hat gute Geschichten dabei, denen man gerne lauscht.

Von Mann zu Mann

Zum Beispiel sucht Meister die menschliche Wesensart dort, wo die Menschen wohnen. Was für eine interessante Idee, der Freundin zu allererst den Wohnort zum Kennenlernen zu zeigen. Dann wieder sind es die Träume der Frauen, die den Männern arge Schmerzen bereiten. Ein echtes Männerlied von Mann zu Mann. "Liebe ist doch immer eine Frage der Respektive?", sagt Meister, schmunzelt und spricht von der verbalen Überlegenheit der Frauen den Männern gegenüber.

Bei einem anderen Song hat der Liedermacher seinen Refrain vergessen. Also summt er zur Gitarre, erzählt vom neuen Song für die neue CD. Wenn es kurz darauf mit dem Thema "Leichtigkeit" philosophisch wird - weil ein "vielleicht" leichter sei als ein "leicht", möchte man den Songwriter sofort um seine Textbücher bitten. Damit man später ja nichts vergisst von den schönen Liedern. Zwei Zugaben gibt es und die beiden Musiker bleiben noch, auf ein Glas Wein. "Gute Nacht, Freunde" Ein wenig Reinhard Mey steckt also doch in diesem Lukas Meister. Nur eben anders.

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