Naturerlebnisgarten öffnet am 1. Mai
"Das ist eine riesige Spielwiese"

Ein Blick über das Gartengelände. Noch ein, zwei Wochen, dann wird die Vegetation "explodieren".
Kultur
Waldsassen
21.04.2017
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Im Wonnemonat Mai startet der Naturerlebnisgarten mit Umweltstation der Abtei Waldsassen in die neue Saison. Dann ist die Einrichtung bis zum Kirwawochenende Mitte Oktober geöffnet. Erstmals trägt der Garten ein wenig die Handschrift der neuen Chefin Johanna Härtl.

Nur ein wenig deshalb, weil die Leiterin der Geschäftsstelle erst in der Weihnachtszeit vergangenen Jahres ihre neue Arbeitsstelle angetreten hat. Aber das mit der wenigen Handschrift wird sich ändern, denn Ideen was man hier alles machen könnte, hat sie genug. "Ob sie auch umsetzbar sind, muss sich erst noch herausstellen", sagt sie beim Termin, bei dem sie auch über Ziele spricht. Als erstes will sie den Hauptweg im Gelände aufpeppen, der vom Eingang bis zum ehemaligen Gartenschulhaus führt. "Wenn es regnet, ist das der reine Matsch", begründet sie die Maßnahme.

Begrenzter Platz

Johanna Härtl hat alle Fäden in der Hand und sich einiges vorgenommen. Derzeit ist ihr Büro noch eine kleine Baustelle. Der Maler war schon da und neue Möbel stehen auch darin. "Das ist hier eine riesige Spielwiese", erklärt Härtl und erzählt von ihren Vorstellungen, was man im Naturerlebnisgarten alles machen könnte. Das einzige, was ihre Fantasie bremst, ist der begrenzte Platz und das genauso begrenzte Budget.

Ein grenzüberschreitendes Bienenprojekt steht bereits in den Startlöchern. Da geht es etwa um Bienengesundheit und Bienenbotanik. "Aber da sind wir noch ganz am Anfang, da müssen erst einmal die Voraussetzungen ausgelotet werden." Als Partner auf tschechischer Seite sind die "Kurwälder Karlsbad" als Leader favorisiert. "Imkerei und alles was mit Kräutern zu tun hat", benennt Johanna Härtl die Schwerpunkte der Zukunft. Zudem will sie die Schulbildung ausbauen und Kindern die Natur im phänologischen Kreislauf erklären. Natürlich gibt es sehr viel Bewährtes, an dem die neue Chefin nichts verändern möchte. Die Imkerkurse mit Josef Ernst, nennt sie zum Beispiel, das Kräuterfestival, die Obstbörse oder die Bierbraukurse. "Alles Dinge, die bei den Menschen hervorragend ankommen."

Seit Ende Februar steht ihr in der Verwaltung neben Brigitte Sommer zusätzlich Team-Assistentin Astrid Blessenberger zur Seite. Im Garten selbst ist seit drei Jahren Claudia Dietz ein fester Posten mit Weitblick. Und dann gibt es da noch Pauline Schollmeyer, die seit September für ein Jahr ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr ableistet.

Was wäre ein Garten, wenn er nicht ständig gepflegt würde? Dass das in geordneten Bahnen über die Bühne geht, dafür sorgt "Kapo" Silvan Rosner mit seinen ehrenamtlichen Helfern. Auch im Kiosk verstärken Ehrenamtler das Personal. Hier sind abwechselnd sechs Leute zugange. Das neue Mistbeet, das als klassisches Frühbeet angelegt ist, ist bereits "auf dem Mist" von Johanna Härtl gewachsen. Dort sprießen aktuell Radieschen und Salat. Der Kräuter- und der Mariengarten wurden umgebaut. "Jetzt wächst da wieder, was auf den Schildern steht", sagt die junge Chefin. Und noch eine Verstärkung gibt es. Die reist einmal wöchentlich mit vier bis fünf Leuten an, heißt Lebenshilfe und kommt aus Marktredwitz. Aber eigentlich sind die meisten Mitarbeiter Allrounder. "Und das ist auch ein Hauptgrund, warum das hier in der Praxis alles so gut funktioniert."

Im Zeichen des Wandels

Im umfangreichen Programmheft sagt Stiftungsratsvorsitzende Äbtissin Laetita Fech, dass das Jahresprogramm diesmal ganz im Zeichen des Wandels stehe. Geschäftsführer Ferdinand Sperber und der Leiter der Umweltstation, Michael Selinger, sind ja beide auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Wandel bedeute aber auch Neuanfang und Aufbruch. Trotz des personellen Wandels sei es gelungen, für die aktuelle Saison in den Bereichen Bildung, Natur, Kultur, Musik und Religion ein reichhaltiges Angebot auf die Beine zu stellen. Die Outdoor-Saison birgt auch dieses Jahr wieder viele Schätze. Die Kräuterführerin Ilona Rümpelein erklärt zum Beispiel am 13. Mai welche Kräuter gegen die Zipperlein von Hund und Katze gewachsen sind. Am 25. Juni geht beim "Tag der offenen Gartentür" wieder das Internationale Kräuterfestival über die Bühne. Wie man auf natürliche Art und Weise ganz ohne Chemie Haare färbt und pflegt, verrät Kräuterführerin Angelika Eichelberger.

Ein weiterer Höhepunkt ist einmal mehr das Bürgerfest am 2. Juli. Eckhard Mickisch ist wieder mit seinen Greifvögeln dabei. Auf dem Energiefahrrad kann jeder erleben, wie sich die eigene Energie in Strom umsetzen lässt. Auf einem Solarkocher werden Spiegeleier zubereitet und, und und. Das komplette Programm gibt es im Internet.

Geöffnet ist der Naturerlebnisgarten täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro.

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Weitere Informationen:

www.kubz.de
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