11.09.2017 - 16:24 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Run auf Basilika und Kloster Waldsassener Denkmäler begehrt

Die Frage, auf die Stadtheimatpfleger Robert Treml nicht sofort eine Antwort weiß, gibt es nicht. Das beweist er am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals in der Basilika und in der Krypta. Äbtissin Laetitia Fech informiert über die Mühlenviertel-Sanierung.

Bauleiter Axel Rüth und Äbtissi Laetitia begrüßten im ehemaligen Sudhaus zahlreiche Besucher.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Bei zwei Führungen, die jede etwa eine Stunde dauerten, gingen Äbtissin Laetitia, Bauleiter Axel Rüth und sein Mitarbeiter Michael Krapf detailliert auf die aktuelle Klosterbaustelle ein. Die Äbtissin erzählte davon, dass das Projekt 11,8 Millionen Euro kostet und das Kloster mit 1,8 Millionen Eigenanteil in der Pflicht steht. Die Klosterchefin stellte fest: Was Baumaßnahmen betrifft, gehen sie und Bürgermeister Bernd Sommer ähnliche wundersame Wege: "Wir bauen ständig ohne Geld und trotzdem funktioniert es irgendwie."

Dach im Container

Die Führung begann im ehemaligen Sudhaus der Brauerei, das von der Bausubstanz her die schlechteste im Komplex darstellt. Das Dach des bereits zweimal abgebrannten Gebäudes sei nicht mehr zu retten gewesen und zu etwa 95 Prozent im Container gelandet, sagte Rüth. In dieses Gebäude zieht nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme der Waldsassener Physiotherapeut Gerhard Grüner mit seiner Praxis ein.

In der ehemaligen Schmiede und der Klostermühle sowie im Neubaukomplex entstehen 24 Wohnungen, durch die Katholische Jugendfürsorge. Ein bayerisches Pilotprojekt, was Inklusion angehe, sagte die Äbtissin, weil hier junge und alte und gehandikapte Menschen zusammenleben. Als Datum für das Richtfest für den gesamten Komplex nannte die Klosterchefin den 17. November. Der Betrieb in den neuen Räumen werde voraussichtlich im September oder Oktober kommenden Jahres aufgenommen. Die Einweihung soll im Frühjahr 2019 über die Bühne gehen, wenn auch die Außenanlagen fertig sind.

Kleiner Mühlbach?

Dem Wunsch der Äbtissin, den ehemaligen Mühlbach, der vom Altenhammer her in die Klosterstadt floss, zu reaktivieren, könne nicht nachgekommen werden. Infrastrukturelle und finanzielle Möglichkeiten machten diese Idee zunichte. "Aber wenn wir gut bauen und vielleicht irgendwo was einsparen können, vielleicht könnte dann ein kleiner Mühlbach wenigstens durch das Gelände fließen. Anziehungspunkte waren am Tag des offenen Denkmals noch die Generalsanierung der Basilika und die Gruft darunter. Drei Führungen brachten die Besucher auf den neuesten Stand. Dabei erfuhren sie auch alles wesentliche zur Entstehung des Gotteshauses.

Robert Treml fing mit der Entstehungsgeschichte an. Um 1133 sei der Legende nach der Mönch Gerwig mit einigen Gefährten von Regensburg hierher gekommen und habe in Köllergrün eine kleine Holzkapelle gebaut. Sein Freund Markgraf Diepold schenkte ihm soviel Grund, wie er an einem Tag mit eines Esel umreiten konnte. Daher kommt auch die Bezeichnung Stiftland für diese Region. Der Grundstein für diese ehemalige Kloster- und heutige Pfarrkirche wurde 1685 gelegt. 1704, also vor mehr als 300 Jahren, wurde die Kirche eingeweiht. Es war aber nicht die erste Kirche an diesem Ort.

Pfarrkirche seit 1803

Historisch sicher sei, dass Zisterzienser aus Volkenroda in Thüringen sich 1133 hier niederließen. 1179 wurde die erste, gotische Kirche eingeweiht. Nach der Reformation war ein Neubau notwendig. 1803 säkularisierte der bayerische Staat das Kloster; die Kirche wurde und ist bis heute Pfarrkirche der Stadt Waldsassen. Die Basilika ist 82,7 Meter lang, 23 Meter breit und 23 Meter hoch (in der Kuppel sogar 28 Meter).

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