02.07.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Songwriterin Phela feiert ihren Tournee-Auftakt im Kunsthaus In Musik gegossene Poesie

Wenn sie singt, klingt das manches Mal, als würden die Engel mit ihr singen: Phela, Songwriterin aus Gumpen, hat am Freitag zum dritten Mal den Weg in die Herzen des Kunsthaus-Publikums gefunden.

Phela, hier mit Musiker Roman, hat ihr Publikum in Waldsassen erneut verzaubert. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Heute ist Phela längst wieder "weit weg", unterwegs auf Tournee in Magdeburg, Leipzig, Regensburg, Nürnberg, in Österreich, Holland, Frankreich und der Schweiz. Doch den Waldsassener Fans schenkte sie, bevor sie "weit weg" ging, einen besonderen Abend. Denn den Start ihrer "Weit weg-Tour" wollte Phela in der Heimat feiern.

Nach zwei komplett ausverkauften Konzerten im Februar war es auch diesmal kein großes Ding für Phela, das Kunsthaus voll zu bekommen. Das freute die Sängerin. "Wir sind beim Tournee-Start aufgeregt, wie die Lieder ankommen", verrät sie ihrem Publikum. Dabei muss sich Phela keine Gedanken machen, ob ihre selbst getexteten und komponierten Lieder Gefallen finden. Ihre Musik klingt wie auf einer Sommerwiese ausgestreute Melancholie, ihre Texte sind in Musik gegossene Poesie.

Symphatische junge Frau

Freilich ist es auch der Heimatbonus, der Phela in Waldsassen viel ehrliche Sympathie einbringt. Ihre Sprache ist die Sprache von allen. Ihre Geschichten aus der Kindheit in Gumpen sind die Geschichten von allen. Wenn Phela von der Zeit singt, die leise ruft, während alles eingeschneit ist, stellt das niemand in Frage, auch wenn es gerade Sommer draußen ist. Viel zu gern lässt man sich mittragen von dieser Schwerelosigkeit in ihrer Stimme, die manches Mal auch ein wenig Schwermut in sich trägt.

"Alles auf Anfang stellen" will Phela im nächsten Lied, was leider nicht möglich sei. Immer wieder kommt die Liebe zur Sprache, das Glück und das Leid und das Wunder der Liebenden. Die hochbegabte Musikerin drückt ihre Geige an ihr Herz als ihr Baby, zupft ein paar Saiten. Dann lässt sie ihr Instrument leidenschaftlich weinen, wiegt sich dazu im Rhythmus der Musik. Spätestens jetzt hat ihre Poesie die Herzen erreicht.

Die Botschafterin

Sie versäumt es nicht, Roman und Moritz vorzustellen, "die beste Band, die es gibt". Die Instrumentalisten begleiten Phela feinfühlig zurückhaltend, überlassen ihr die Bühnenpräsenz. Schön, den jungen Leuten zu lauschen beim Musikmachen. "Wir sind doch alle eins", hat Phela im zweiten Konzertteil eine Botschaft dabei. Sie wollte nie politisch werden, sagt sie. Aber eine Message dürfe man doch machen? Phelas Aufruf für ein Miteinander der Kulturen mit Titel "Eins" ist so einfach wie eindrucksvoll: "Ich kenne nicht deinen Mond, du kennst nicht meinen Stern. Doch unsere Träume folgen derselben Spur ..."

Bald Comeback?

Still wird es im Kunsthaus, wenn diese lyrischen Lieder nachdenklich stimmen. Bis der Applaus aufbrandet. Ihn nimmt Phela dankbar über den erfolgreichen Tourneestart entgegen. Sie bedauert es, dass ihr Vater heute nicht hier sein kann. Der Künstler und Musiker Jeff Beer ist als Dozent gerade im tschechischen Brünn unterwegs. Sie werde ihm umgehend erzählen, dass es wieder gut war am Freitag im Kunsthaus, sagt Phela.

Nach einer letzten Zugabe, die sie mitten im Publikum singt, erzählt sie von ihrer neuen CD, die bald herauskommt. Vorsitzender Wolfgang Horn nutzt die Gelegenheit, die Songwriterin mit den Stiftländer Wurzeln zu dieser Premiere ins Kunsthaus einzuladen. "Abgemacht!", ruft Phela spontan, und ihre Entscheidung für einen weiteren Auftritt im Kunsthaus wird gerne gehört. Na dann: Bis zum nächsten Mal!

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