10.06.2009 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Barocke Madonnenfigur in der Basilika wird bei der Fronleichnams-Prozession durch Waldsassen ... Jesuskind am linken Arm, Szepter in der Rechten

von Autor TMLProfil

Neben zahlreichen bekannten Kunstwerken bewahrt die Basilika auch eine barocke Madonna mit Kind und Strahlenschein, die jüngst zu den Maiandachten wieder den Marienaltar zierte und nun auch wieder bei der Fronleichnamsprozession mitgeführt wird. In der übrigen Zeit des Kirchenjahres ist die Figur zum besseren Schutz in einem verglasten, barocken Schrein beim rechten, großen Seitenaltar verwahrt.

Die anmutige Figur - von den Maiandachten abgesehen - hat bisher eigentlich kaum eine besondere Verehrung erfahren hat, etwa als Mittelpunkt einer Wallfahrt. Und in der einschlägigen Literatur lassen sich auch keinerlei historische Angaben zur Entstehung und Bedeutung der Marienfigur mit Kind finden.

Um 1720 entstanden

Nach Einschätzung von Fachleuten stellt sie dennoch ein hervorragendes und ausgezeichnetes Werk dar. Es dürfte etwa um 1720 entstanden sein. Bei der Volksmission im Frühjahr 1950 bildete sie den Mittelpunkt der Marienfeier in der Kirche.

Goldene Ketten geklaut


Wer näher über die Madonna forscht, der erfährt interessante Details. Die erste Notiz über die Muttergottes-Statue findet sich in der einstigen "Grenz-Zeitung" vom Juni 1900, als eine gewissenlose Frau aus Saaz in Böhmen der auf dem Maialtar in der Pfarrkirche stehenden Madonna goldene Ketten samt drei alten Thalern raubte.

Glücklicherweise gelang es dem örtlichen Gendarm Isidor Zaus, der flüchtigen Diebin sogleich mit dem Fahrrad nachzueilen, sie bei Wies zu fassen und dingfest zu machen.

Bei der Figur handelt es sich eigentlich um eine Art Gliederpuppe, bei der nur der Kopf sowie die Hände und Füße geschnitzt sind. Die hl. Maria hält das Jesuskind auf dem linken Arm und führt in der Rechten ein Szepter. Maria und Kind tragen kunstvolle, vergoldete Kronen. Zur weiteren Ausstattung gehören auch ein wertvoller Rosenkranz bei der hl. Maria und ein kleiner, vergoldeter Apfel mit Kreuz beim Jesuskind. Zu Füßen der Madonna ruht ein silberner Halbmond. Die beiden Figuren sind mit schweren Brokatkleidern versehen. Sie waren offenbar früher auch manchmal gewechselt worden.

Im Herbst 2007 restauriert

Die weihevolle Erscheinung der hl. Maria mit Kind wird unterstrichen durch eingesetzte Glasaugen, durch den blauen Mantel aus Samt und eine große, weiße Schärpe. Nachdem sich bei der Marienfigur mit Kind und deren Ausstattung im Laufe der Zeit verschiedene Schäden bemerkbar machten, entschloss sich die katholische Kirchenverwaltung, das Werk im Herbst 2007 von einer versierten Werkstatt fachkundig restaurieren zu lassen, was auch hervorragend gelungen ist.

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