22.08.2014 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Bürgermeister Bernd Sommer nennt Details zu laufenden und geplanten Bauprojekten - Bedarf an ... Neuer Wohnraum für Jung und Alt

Perspektiven für Waldsassen entwickeln will Bernd Sommer: "Seit 20 Jahren ist keine Eigentumswohnanlage mehr errichtet worden", gibt der Bürgermeister zu bedenken. Und er wisse von Leuten, die genau so etwas suchten "und dann weggehen aus Waldsassen, weil sie nichts finden".

Die Sanierung des Glück-Hauses neben der Einmündung in den Johannisplatz würde eine erhebliche Aufwertung des Stadtbilds bedeuten. Bild: kgg
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Sommer will erreichen, dass dies künftig nicht mehr passiert - und dass Leute, die weggezogen sind, wieder zurückkommen. Er legt ein enormes Tempo vor, wenn es um neuen Wohnraum für Familien und Senioren geht. Denn es gebe Nachholbedarf, während die anderen Säulen - Arbeitsplätze und der Bereich Bildung - nach Einschätzung von Sommer in Waldsassen gut abgedeckt seien. "Attraktiver Wohnraum fehlt", sagt Sommer und ergänzt, dass gleichzeitig der Bauboom vorbei sei. "Wir brauchen kein neues Baugebiet."

Dafür gebe es aber Leerstände, die entwickelt werden könnten. Auch Baulücken gelte es zu füllen. Das Innenstadt-Entwicklungskonzept, das die Stadt in Zusammenarbeit mit Fachbüros umsetzt, sieht den Abriss von Brachen vor. Dass dadurch neue Flächen entstehen und sich gut nutzen lassen, zeigt sich am Beispiel der ehemaligen Brauerei Franz: "Da entsteht Platz für Familien", schwärmt Sommer von den Planungen, die in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bauunternehmen verwirklicht werden.

Die andere Seite der Anlage werde seniorengerecht gestaltet, ".sogar mit Aufzug", wie Sommer bemerkt. Von einem "betreuten Wohnen ohne Betreuung" spricht der Bürgermeister angesichts des Angebots vom Ein-Zimmer-Appartement bis hin zu Wohnungen mit 60, 80 und 120 Quadratmetern. "Dort haben wir Wohnraum, wie es ihn in Waldsassen sonst nirgendwo gibt", spielt Sommer auf die traumhafte Lage mit unverbaubarem Blick auf die Wondrebaue an.

Neben der Sanierung der Kewog-Mietwohnungen an der Adalbert-Stifter-Straße verweist Bernd Sommer auf weitere erhaltenswerte Gebäude im Innenstadtbereich - "markante Gebäude am Eingang zum Johannisplatz und an der Klostermauer", wie Sommer sagt. Konkret nennt er das Glück-Haus. "Das entwickeln wir seit über einem Jahr." Die Mansarde des an sich prachtvollen Gebäudes sei durchgebrochen und nun wieder repariert worden.

Auswärtiger Investor

Sommer erzählt von einem potenziellen Investor von auswärts, der das Gebäude erwerben möchte. Dazu würden die vorderen Anbauten abgerissen, in denen früher die Lottostelle untergebracht war. Im Erdgeschoss könnten Gewerbeflächen und Praxen entstehen, im Erdgeschoss Familienwohnungen und im Dachgeschoss kleinere Wohneinheiten für junge Leute. "Einfach klasse", schwärmt Sommer von dem Flair und dem "Wohlfühl-Effekt", den das Haus ausstrahlt, "obwohl es alt ist".

"Jetzt kämpfen wir um die Finanzierung", verrät Sommer und lässt in diesem Bereich noch leichte Probleme durchblicken: Bauamt und Stadt arbeiteten hervorragend, die Regierung bislang nur gut. "Aber wir müssen von gut auf sehr gut kommen", sieht Sommer noch Steigerungspotenzial. "Ich hoffe, dass es dieses Jahr zu einer Lösung kommt." Eine solche zeichnet sich laut Sommer dagegen für das Gärtner-Haus an der Brauhausstraße bereits ab: Investoren würden es denkmalgerecht liebevoll sanieren und dann selbst bewohnen.

"Wir brauchen Gewebeflächen", berichtet Sommer von einer weiteren Notwendigkeit und berichtet von bestehenden Firmen in Waldsassen, die gerne expandieren würden. Das Grundstück an der Mitterteicher Straße, auf dem die Reste des Bareuther-Werks A stehen, wäre so eine Fläche. Allerdings würden nun, so Sommer, "vertiefende Untersuchungen" des Bodens den Abbruch der Fabrikruinen weiter verzögern.

Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister auch im Ortsteil Kondrau: Er soll in die Dorferneuerungsmaßnahme mit aufgenommen werden, "... für die Zeit nach der Verlegung der Bundesstraße", blickt Sommer weit voraus. Dann sollen ein neuer Dorfplatz und ein neuer Ortsmittelpunkt geschaffen werden.

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