26.06.2004 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Das Mittelalter beherrscht seit Wochen das Geschehen im Kindergarten St. Michael Für nur einen Auftritt viel zu schade

Die drei bunten Fahnen am Eingang flattern im Wind wie vor einer Ritterburg: Im Kindergarten St. Michael ist im Moment alles auf Mittelalter eingestellt. Mit einer großen Gruppe nehmen Eltern und Kinder sowie Personal am historischen Festzug anlässlich der Zisterziensertage am 11. September teil.

von Josef Maier Kontakt Profil

Das Mittelalter liegt voll im Trend - dies zeigt der Besuch des "Spectaculums" vor einer Woche in Bärnau. Vor allem Kinder lassen sich gerne mitnehmen auf eine aufregende Zeitreise. Mit Feuereifer dabei sind auch die Waldsassener bei den Vorbereitungen für den historischen Festzug, der die Kloster- und Stadtgeschichte szenisch darstellen wird.

"Es ist viel Arbeit - im Prinzip nur für einige Stunden", sagt Kindergartenleiterin Martina Haberkorn über den Umfang der Vorbereitungen und ergänzt: " . . . für einen Auftritt fast zu schade." Außerdem werden die liebe- und fantasievoll geschneiderten Kostüme den Kinder viel zu schnell zu klein. Deshalb steht das ganze Kindergartenjahr unter dem Motto "Mittelalter". Den ersten großen Auftritt bildet das Sommerfest am 10. Juli. Die Einladung - ein gegilbtes Blatt eingerollt und mit einem Siegel verschlossen - passt perfekt: "Wois so woa voa 300 Joahr" - verkündet die Botschaft das Motto des Nachmittags mit verschiedenen Darbietungen. "Dazu sind auch Gruppen und Vereine eingeladen, die bereits über Kostüme verfügen." Auch der Abschlussgottesdienst des Kindergartenjahres am 25. Juli steht im Zeichen der Gründung Waldsassens.

Die Kindergarten-Gruppe stellen Weber und Färber dar (siehe Info-Kasten). Ein alter Handwagen ist beladen mit Stoffballen und Schafwolle, außerdem Walnuss-Schalen und Kamille: Diese Rohstoffe wurden früher zum Färben des Tuchs benötigt.

Die Eltern haben sich bereits reichlich ausstaffiert - mit selbst geschneiderten Kleidern in gedeckten Farben, Kopftüchern für sich und ihre Kinder. Auch Maria Meyer, die dem Verein bei der Zusammenstellung der Kostüme beratend zur Seite steht, gehört zum Kreis der Eltern.

Väter legen sich ins Zeug

Bei der Koordinierung der Arbeiten braucht Haberkorn nicht groß eingreifen. "Im Prinzip weiß jeder was er tun soll." Beim fünften Treffen seit Oktober ging es um die richtigen Accecoires - etwa Gürtel, Taschen oder andere schmückende Kleinigkeiten, die das Kostüm erst perfekt erscheinen lassen. Dabei legen sich auch die Väter mächtig ins Zeug: Claus Oberndorfer etwa hat für die Kleider und Kostüme der Kindergarten-Gruppe 60 Holzknöpfe gefertigt.

Leiterwagen gesucht

Von der Faszination des Mittelalters lassen sich immer mehr Kindergarten-Eltern anstecken. "Auf einmal kommt wieder jemand und holt sich einen Schnitt", sagt Haberkorn und ist begeistert von der Energie, die ihre Leute aufbringen. Dabei helfen sich die jungen Leute auch gegenseitig aus - etwa beim Zuschneiden oder auch beim Nähen. Für die Teilnahme am Festzug werden übrigens noch weitere Leiterwagen benötigt, auf denen Kinder mitfahren können oder auch Proviant transportiert werden kann, Getränke zum Bespiel.

Ihr Kleid noch nicht fertig hat übrigens Martina Haberkorn. Denn zuerst steht für die Kindergarten-Chefin ein für sie persönlich noch wichtigerer Termin an - ihre Hochzeit Mitte August. "Da gibt's noch viel zu erledigen."

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