19.02.2009 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Erinnerungen an den glanzvollen Fasching vor 70 Jahren in Waldsassen - "Krönungsfeier" und jede ... Das Hotel "Lamm" als Prinzenpalast

von Autor TMLProfil

Wieder einmal geht es in die Endphase der Faschingszeit: Fernsehprogramme bemühen sich verstärkt Frohsinn und Heiterkeit aus verschiedenen Faschingshochburgen zu verbreiten. Dabei konnte man schon vor 70 Jahren auch in der Klosterstadt einen Fasching erleben. Der setzte zweifellos Maßstäbe und blieb vielen Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung.

Begonnen hatte es bereits 1938. Damals fand sich auf Anregung von Lehrer Hirschmann eine ganze Reihe von Aktiven zusammen, um die entsprechenden Aktionen zu organisieren. So wurde ein "Elferrat" gebildet. Und was noch wichtiger war: Waldsassen erhielt 1938 erstmals ein stattliches Prinzenpaar mit seiner Tollität Prinz Max I. und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Fanny (Max Wiendl/Fanny Born). Das damalige Hotel Lamm in der Ludwigstraße fungierte als Prinzenpalast und diente - neben den anderen Lokalen und Sälen in der Stadt - als gesellschaftliches Zentrum.

Wichtige Etappen des Faschings 1938 bildeten außer den Bällen der Vereine und Lokale die symbolische "Übernahme der Stadt durch den Prinzen" vor dem Verwaltungsgebäude, der glanzvolle Prinzenball in der Turnhalle und schließlich der erste stattliche Faschingszug am 1. März 1938, der sich durch die Straßen der Stadt bewegte und von Tausenden begeisterter Zuschauer umjubelt wurde. Durch diesen Erfolg bestärkt und um für die Zukunft gerüstet zu sein, kam es im Juni 1938 zur Gründung der Faschingsgesellschaft "Narrenschiff" mit Baumeister Karl Bergauer als Präsident. Mitunter nannte sich die Gesellschaft auch "Fagena". Jedenfalls war man nun für die Faschingszeit 1939 bestens gerüstet und entwickelte ein umfangreiches Programm.

80 Pfennig Eintritt

Den Auftakt bildete wieder die Festsitzung des Elferrats mit der Prinzenkrönung in Hahn-Saal am 7. Januar. Zum Prinzenpaar waren diesmal seine Tollität Prinz Niki I. von Bawanien und ihre Lieblichkeit Prinzessin Maria von Rosen (Nikolaus Hoh / Maria Rosner) gekürt worden. Der Eintritt kostete 80 Pfennig und es ging "hoch" her.

In den folgenden Wochen gab es dann weitere Bälle - vom "Liederkranz" in der Turnhalle unter dem Motto "In München steht ein Hofbräuhaus", der Kuli-Ball in der Turnhalle "Im Narrenkleid zur Fastnachtszeit" und der große Sängerball des MGV. Neben dem Elferrat agierten auch noch Hofnarren, eine Kindergarde und eine Damengarde. Meist wurden die Faschingsbälle vom Prinzenpaar besucht.

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