Fachtagung mit über 100 Schulleitern aus 35 Gymnasien und Realschulen aus ganz Bayern
Mädchen lernen anders wie Buben

Viele Ehrengäste und Teilnehmer konnte Rektorin Kerstin Reiter (links) von der Mädchenrealschule zur Tagung des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus in der Klosteraula begrüßen. Viel Beachtung fanden die Ausführungen von Professor Dr. Hildegard Macha von der Uni Augsburg zum Fachvortrag "Geschlechtssensible Förderung von Mädchen und Buben". Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
29.04.2013
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"Getrennt lernen - gemeinsam Erfolg im Beruf haben" stand groß als Motto über der Fachtagung für über 100 Schulleiter und deren Stellvertreter, Schulpsychologen und Beratungslehrer von 35 Gymnasien und Realschulen aus ganz Bayern. Eingeladen stand, hatte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus in Zusammenarbeit mit der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen Waldsassen.

Im Mittelpunkt stand dabei der Fachvortrag von Professorin Dr. Hildegard Macha von der Uni Augsburg mit dem Thema Geschlechtssensible Förderung von Mädchen und Buben". Mit Auszügen aus Filmmusiken stimmten die Big-Band der Realschule im Stiftland Waldsassen (staatliche Realschule für Knaben) und zwei Chöre der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen musikalisch auf das Thema ein.

Eigentlich war ja Minister Dr. Ludwig Spaenle als Ehrengast vorgesehen, an seiner Stelle begrüßte Rektorin Kerstin Reiter Ministerialdirektor Peter Müller mit einer Reihe von Ministerialräten sowie Landrat Wolfgang Lippert und Bürgermeister Bernd Sommer.

Wie Reiter sagte, ist seit knapp 150 Jahren die Erziehung und Bildung der Mädchen im Stiftland für die Zisterzienserinnen eine Herzensangelegenheit von hohem Stellenwert. Für diesen "unermesslichen Einsatz um die Schule" bedankte sich Kerstin Reiter bei Äbtissin Laetitia Fech. Die wiederum sah in dieser Fachtagung in Waldsassen ein klares Signal.

Seit Jahren erfolgreich

Die Klosterchefin verwies darauf, dass an der Mädchenrealschule und an der staatlichen Realschule für Knaben seit Jahrzehnten schon erfolgreich Monoedukation praktiziert werde. Es scheine außer Frage, dass Buben und Mädchen auf verschiedene Weise lernen.

"Das ist kein Vorurteil, sondern von langjähriger Erfahrung untermauert." Ultrakulturelle Untersuchungen der vergangenen 30 Jahre hätten ergeben, dass Geschlechtsunterschiede in der ganzen Vielfalt der Kulturen konstant sind, jedoch mit einigen relevanten Unterschieden. Ein Schmunzeln rief bei den Tagungsteilnehmern die von Äbtissin Laetitia Fech zitierte Studie von 2010 hervor, wonach Frauen die linke und rechte Gehirnhälfte für die Sprache benutzten, Männer dagegen nur einen Teil des Gehirns.

Das Gehirn von Mädchen entwickle sich während der Pubertät so, dass sie in der Lage seien, auf kürzestem Wege sich zu äußern, Buben in dieser Weise dagegen nicht, wusste die Äbtissin. Diese körperlichen Unterschiede führten dazu, dass Mädchen und Buben auch unterschiedlich lernen.
Nach einem Grußwort des Verwaltungs-Chefs des Kultusministeriums, Ministerialdirektor Peter Müller, folgte anschließend der Fachvortrag von Dr. Hildegard Macha. Monoedukative Bildungsgänge sind nach ihren Worten in Bayern sehr stark vertreten, sie trennen zwar die Geschlechter, aber die spezifische Qualität des Unterrichtens mit den Chancen der geschlechtergerechten Förderung von Mädchen und Buben werde oft zu wenig reflektiert.

Rolle der Lehrkräfte

Die Referentin lud bei ihren Ausführungen ein, zunächst einen knappen Blick auf die Grundlagen der genderspezifischen Sozialstation zu werfen. Die Professorin verknüpfte ihre Ausführungen mit Forschungsergebnissen und Hinweisen zur Umsetzung im Unterricht und ging auch auf die Rolle der Lehrkräfte ein.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Gästehaus St. Joseph, standen "Beispiele aus dem monoedukativen Schulleben" mit Ministerialrat Dr. Ulrich Seiser auf dem Programm. Dabei wirkten Schülerinnen der Mädchenrealschule, Buben der Realschule im Stiftland, des Elly-Heuss-Gymnasiums Weiden und Hans-Scholl-Realschule Weiden mit. Abgerundet wurde die Tagung mit einer Bibliotheksführung.
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