22.03.2014 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Familie Frank hat Mitterhof erworben und züchtet im früheren Ökonomiegut Straußenvögel Afrika bereichert Klosterlandschaft

Über finanzielle Details ist Stillschweigen vereinbart. Fakt aber ist: Für den symbolischen Euro gab es das Anwesen nicht. "Wir haben den Mitterhof nicht verscherbelt", sagt Äbtissin Laetitia Fech über den Verkauf der Immobilie. "Dazu ist sie uns zu kostbar."

Matthias Frank und Äbtissin Laetitia.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Nach der notariellen Beurkundung gehört das frühere Klostergut jetzt 66 Jahre der Familie Frank - auf der Basis des Erbbbaurechts, besser bekannt als "Erbpacht". Frank will den Mitterhof als Attraktion etablieren - mit einer Straußen-Zucht. Die will Frank zunächst nebenberuflich betreiben. Doch irgendwann soll die "Lebensaufgabe", wie Frank sagt, zum Hauptberuf werden.

Küken wie Suppenhühner

Im April sollen in die Stallungen neun erwachsene Strauße einziehen. Die stehen zurzeit in Windischeschenbach. "Die warten bloß darauf, dass wir die Weide eingezäunt und den Stall fertig haben und wir sie holen." Später würden noch 20 Küken folgen - "... in Suppenhuhn-Größe", so Frank. Er hat sich intensiv mit Straußenhaltung befasst. Die Weideflächen des Mitterhofs - rund 2,5 Hektar - wären für rund 200 Tiere ausreichend. Außerdem kämen die afrikanischen Riesenvögel mit dem Stiftland-Klima gut zurecht. Straußenfleisch ist als Delikatesse bekannt. Doch vom Strauß könne fast alles vermarktet werden, so Frank - Federn, Fett, Eier und das Leder.
Zurzeit bereiten Frank und seine Angehörigen die Nebengebäude für die Strauße vor. In kleinen Schritten, mit überschaubarem finanziellen Einsatz. Zug um Zug soll das Anwesen renoviert werden. Geplant sind Hofladen und Café. Das Wohngebäude bleibt zunächst ungenutzt. "Langfristig ist geplant, dass die Eltern dort einziehen", sagt Matthias Frank über Berta und Reinhard Frank. Sie haben in Blickweite des Mitterhofs eine Lama-Weide angelegt.

Von dort aus beobachtete Matthias Frank den langsamen Verfall des Anwesens - und schickte im Januar eine Mail ins Kloster. Äbtissin Laetitia Fech war begeistert. "Eine super Idee", sagt die Ordensfrau, zumal Hildegard von Bingen in ihrer Ernährungslehre schon vor 900 Jahren den Genuss von Straußenfleisch empfahl.

"Ich finde es toll, dass die Familie dahintersteht." Es sei beruhigend, dass Einheimische den Hof erhalten haben. Äbtissin wie Bürgermeister Sommer haben den Franks Unterstützung zugesichert - etwa wenn es um Fördermittel geht. Die könnten durchaus fließen: Eigentümerin der Immobilie ist weiterhin die Abtei.

"Trauen wir uns einfach"

"Ich hätte den Hof niemals auf Anhieb gekauft", so Matthias Frank, der vor ziemlich genau einem Jahr zum ersten Male ernsthaft darüber nachdachte. Klarer sei die Vision dann nach Gesprächen mit dem Vater geworden, "... ein unerschütterlicher Optimist, der gute Ideen hat." Immer mehr sei dann gereift, was mit Wohnhaus, Stallungen und den Weiden geschehen könnte. "Da habe ich gesagt: Trauen wir uns einfach." (Weiterer Bericht/Info-Kasten)

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