12.06.2014 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gedenken an Unternehmer Anton Hart zum 100. Geburtstag - Initiator des Fördervereins Der Retter von Maria Loreto

Tausende Pilger besuchen alljährlich die Wallfahrtsstätte Maria Loreto bei Altkinsberg/CZ. Mit der Restaurierung verbunden sind Erinnerungen an das Lebenswerk von Anton Hart: Der Unternehmer - Retter von Maria Loreto und Ehrenbürger der Stadt Eger - wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Die Restaurierung der Wallfahrtsstätte Maria Loreto ist mit der Erinnerung an das Lebenswerk von Anton Hart (Bild) verbunden. Bild: hfz
von Autor TMLProfil

Geboren am 12. Juni 1914 in Neukinsberg bei Eger und in Maria-Loreto getauft und gefirmt, war er nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Vertreibung nach Waldsassen gekommen. Ab 1947 engagierte sich Hart unermüdlich Weise beim Wiederaufbau des Ziegelwerks Waldsassen AG. Später entstand in Schirnding ein moderner Zweigbetrieb des Unternehmens.

Eine schmerzliche Erfahrung blieb für Anton Hart jahrzehntelang der Verlust seiner geliebten Heimat und die völkerrechtswidrige Vertreibung. Der von den Kommunisten erzwungene Verfall der Loreto-Stätte, die im Sperrgebiet der Grenze lag, blieb von bayerischer Seite aus mit der Ruine sichtbar.

So bedeutete der Fall des Kommunismus und die Grenzöffnung 1990 für Anton Hart eine neue Hoffnung. Er sah darin geradezu eine persönliche Verpflichtung, nun tätig zu werden. Durch seine umsichtige Initiative kam es am 11. Februar 1992 zur Gründung des Fördervereins Maria Loreto e.V., um das Wieder-Erstehen der traditionsreichen Wallfahrtsstätte auf den Weg zu bringen. Dabei ging es Direktor Anton Hart als Vorstand des Vereins zusammen mit seinen Funktionären und Mitgliedern gleichermaßen um die Sanierung, den Wiederaufbau und die Ausstattung der verfallenen Wallfahrts-Anlage. Aber auch die Erforschung und Dokumentation der Kulturgeschichte von Altkinsberg-Maria Loreto lag Hart am Herzen.

Nachbarn rücken näher

Diesem hohen, selbst gesteckten Ziel ist Anton Hart mit dem Loreto-Verein sowie dank zahlreicher Helfer und durch die Hilfe und Förderung zahlreicher Institutionen aus Deutschland und Tschechien seit 1992 Jahr für Jahr ein Stück näher gerückt.

Schon im Sommer 1994 waren die Marienkapelle und der Glockenturm in der alten Form wieder hergestellt worden und konnten zusammen mit den Glocken am 2. Oktober 1994 eingeweiht werden. Dabei standen den Menschen Tränen in den Augen, als nun - nach fast 50 Jahren - zum ersten Male wieder die Glocken in Maria Loreto erklangen. Zwei Jahre später ging es an die Instandsetzung der Heilig-Geist-Kirche, die am 6. Oktober 1996 die erneute Weihe erfuhr. Anton Hart hatte damit ein "Ereignis" vollbracht, für das ihm die Nachwelt hohe Anerkennung schuldet.

Tiefgläubiger Christ

Als tiefgläubiger Christ war Anton Hart dem Herrgott und der Gottesmutter allezeit dankbar, dass er nach glücklicher Heimkehr aus dem Krieg nun diesen Wiederaufbau bewältigen dufte. Dabei begleitete ihn auch weiterhin die stete Sorge um den vorgesehenen Ausbau und die angemessene Ausgestaltung von Maria Loreto mit den beiden Kirchen, die drängende Instandsetzung des Umgangs und die Wiederherstellung der 28 Stationen sowie des einstigen Friedhof-Areals.

Unverdrossen setzte er alles daran, die gesamte Anlage schrittweise aus Ruinen wieder im historischen Umfang erstehen und die bewegte Historie der Anlage erforschen und dokumentieren zu lassen. (Info-Kasten)

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