07.07.2013 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Gerwigkreis-Mitglieder und Heimatfreunde besuchen Akanthusaltäre in der Region Kaum bekannte Kulturgüter

Über die Akanthusaltäre in der nördlichen Oberpfalz informierten sich kürzlich Mitglieder des Gerwigkreises sowie interessierte Heimatfreunde. Bruno Salomon hatte die Tagesreise organisiert, bei der wenig bekannten Kulturgütern der Region Reverenz erwiesen worden ist.

von Dieter KannenbergProfil

Die Teilnehmer trafen sich zum Auftakt der Fahrt vor der Basilika: Auch dort begegnen dem Betrachter auf Schritt und Tritt die Akanthusblätter und -ranken: An den Stuhlwangen im Langhaus, an den Gurtbändern im Stuck des Deckengewölbes und vor allem im Chorgestühl..

Zunächst führte die Exkursion nach Leonberg. Die Pfarrkirche St. Leonhard besitzt heute noch seine einheitliche Barockeinrichtung. Der Hochaltar ist ein Akanthusaltar aus dem Jahr 1724, der von Bildhauer Johann Karl Stilp unter Mitwirkung des Waldsassener Fassmalers Theodor Freund geschaffen wurde.

In der Schlosskirche St. Michael in Schönkirch beeindruckte die Besucher der fein und nahezu vollplastisch geschnitzten mandelförmigen Altaraufsatz. Das Akanthusoval enthält die bewegte, figürliche Kreuzigungsgruppe eines unbekannten Künstlers. Auf dem Weg konnte noch der kleine Seitenaltar in Ilsenbach besucht werden. Von Glockenklang begrüßt wurden die Exkursionsteilnehmer beim Besuch der Wallfahrtskirche St. Quirin bevor sie die reichhaltige Ausstattung des Gotteshauses verzauberte. Der Hochaltar weist einen originellen Aufbau vor, drei weitere Akanthusaltäre in den Seitenkapellen runden das Bild ab.

Filigran und engmaschig

Die 1717 in Reuth bei Erbendorf erbaute Kirche St. Katharina kann einen der schönsten Akanthusaltäre aufweisen. Er wird dem 1657 in Weiden geborenen Johann Christoph Windisch zugeschrieben. Den Akanthusaltar als letzten seiner Art schuf 1750 sein Sohn Sigmund Windisch ursprünglich für die St. Veit-Kirche in Erbendorf-Altenstadt. Bei dem jetzt in Thumsenreuth stehenden Altar ist das Schnitzwerk der Zeit entsprechend filigraner und engmaschiger als an älteren Akanthusaltären.

Abschluss in Poppenreuth

Nach der Besichtigung der evangelischen Kirche St. Aegidius in Thumsenreuth mit ihrem dem vor allem in der westlich Oberpfalz tätigen Schnitzer Johann Michael Doser zugeschriebenen Akanthusaltar und der Kanzel ging es weiter zum letzten Ziel Poppenreuth. In die 1935 geweihte Kirche "Maria Heimsuchung" wurden bei der Profanierung der Schlosskirche der Hochaltar und als Glanzstück der unter Denkmalschutz stehende Nepomukaltar übertragen.

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