07.01.2012 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Restliches Bareuther-Gelände: Vor einer neuen Nutzung ist eine aufwendige Bodensanierung nötig Das Problem steckt in der Erde

"Es liegt eine schädliche Bodenveränderung vor", sagt ein Sprecher des Landratsamts. Das heißt konkret: Unter den restlichen Gebäuden der alten Porzellanfabrik Bareuther an der Mitterteicher Straße liegen Schadstoffe verborgen. Diese erfordern eine Sanierung des Geländes, wenn es irgendwann wieder genutzt werden soll.

Das Gelände ist von der Mitterteicher Straße aus nicht einsehbar, seit es mit einem Zaun abgesperrt ist. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Schon seit einiger Zeit schwebt Bürgermeister Bernd Sommer auf dem Areal eine neue Verwendung vor: Denn das Gelände, auf dem noch die Tunnelofen-Halle steht und am 21. Juni 2008 die Reste der alten Glasfabrik Bloch ausgebrannt sind, würde der Stadt nach der Beseitigung der maroden Gebäude potenziell Entwicklungschancen bringen, "...die wir haben und die wir auch brauchen in Waldsassen", so Sommer.

"Wir können den Tunnelofen schon entfernen. Aber das große Problem steckt in der Erde", so Sommer angesichts der Altlasten. Dafür verantwortlich und damit haftbar wäre eigentlich die Porzellanfabrik Bareuther AG i. L. - wobei die beiden Buchstaben für "in Liquidation" stehen.

Ersatzvornahme

Weil aber von der früheren AG finanziell nichts zu erwarten ist, sieht das Bodenschutzgesetz eine Alternativlösung vor. Im Wege der sogenannten "Ersatzvornahme" würde die Landkreisbehörde "in Vorleistung" treten, wie es dazu am Landratsamt heißt, und sich um die Altlastenbeseitigung kümmern.
Das Verfahren zieht sich nun schon über Jahre hin. Nach einer sogenannten "historischen Untersuchung", bei dem die wassergefährdenden Flüssigkeiten untersucht und der Verdachtsbereich enger eingegrenzt worden war, hatte 2010 das Wasserwirtschaftsamt ein Fachbüro mit weiteren Untersuchungen beauftragt. "Die Stadt Waldsassen ist bisher nicht beteiligt", so Sommer über das Verfahren. "Aber ich bin bereit zu Gesprächen." Dabei könnten die Erfahrungen aus der Sanierung des ehemaligen Werk-B-Geländes mit einfließen, das inzwischen ein beliebtes und attraktives Freizeitareal geworden ist.

"Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir uns als Partner einbringen", so Sommer. Denn bei der Sanierung des Gareis-Geländes hatte die Stadt das Gelände in Eigenregie erworben, worauf der Landkreis, so Sommer, "relativ günstig" weggekommen sei. "Ich kann es mir auch umgekehrt vorstellen: Wir bringen wir unseren finanziellen Beitrag und sind Partner des Landkreises."

Bei anderen Lösungen müsste jemand das Gelände erwerben, überlegt Sommer. Aber dies sei wohl nur einen Euro wert. "Wenn jemand das Gelände erwirbt, dann kauft der die Katze im Sack. Und wir wissen, dass die Katze recht fett ist."

Durch öffentliche Hand

Denn die Altlasten seien so enorm, dass die Kosten für die Entsorgung den Grundstückswert auf mehrere 100 Euro hinauftreiben würde. "...ein Preis, der in Waldsassen niemals zu erzielen wäre", so Sommer und schlussfolgert über die Sanierung: "Das geht nur durch die öffentliche Hand."

"Ein bisschen Dynamik"

"Ich wäre nicht böse, wenn da jetzt ein bisschen Dynamik hineinkäme", so Sommer über das weitere Verfahren. "Ich hätte das gerne angepackt, weil's für uns langsam wichtig wird." Der Bürgermeister sieht auch im Zusammenhang mit der Verlegung der Bundesstraße B 299 eine Notwendigkeit zum Handeln und drängt offenbar deshalb dezent zur Eile.

Nun scheint tatsächlich Bewegung in das Verfahren zu kommen, wie eine NT-Anfrage bei der zuständigen Behörde am Landratsamt Tirschenreuth zeigte: Sobald die Stellungnahmen der Fachstellen vorlägen, würden weitere Einzelheiten geklärt - die Kosten der Sanierung und auf welche Art und Weise der Boden saniert werden soll.

Diese Aussage deckt sich mit der Information, die Bernd Sommer kurz vor Weihnachten erhalten hat: Das untersuchende Büro habe den Abschlussbericht noch nicht dem Wasserwirtschaftsamt zugeleitet; dieses müsse eine Stellungnahme erarbeiten und dem Landratsamt erst noch zustellen.

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