04.10.2013 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Soldatenkameradschaft Waldsassen feiert am Samstag 130-jähriges Bestehen Verein mit bewegter Geschichte

130 Jahre ist es her, seit 60 Gründungsmitglieder die Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen ins Leben riefen - damals noch als "Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossen-Verein Waldsassen". Zur Feier des Jubiläums beginnt am Samstag um 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Basilika, im Anschluss folgt eine Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal. Weiter geht es mit einem Ehrenabend im Vereinslokal "Bayerischer Hof".

Kronprinz Rupprecht (links) besuchte am 30. Mai 1931 die Stadt Waldsassen. Dazu präsentierten sich die Kameradschaften aus der Region in ihren Uniformen und mit ihren Orden. Vorne rechts im Bild der Ehrenvorsitzende der Veteranen-Vereins Waldsassen, Sanitätsrat Dr. Otto Seidl. Bild: hfz
von Dieter KannenbergProfil

Wie in der Chronik zu erfahren ist, stieg die Zahl der Mitglieder bis zum Ende 1883 auf mehr als 120. Bereits ein Jahr nach der Gründung konnte eine Vereinsfahne eingeweiht werden. Die drei folgenden Jahrzehnte des Friedens ermöglichten es, ein reges Vereinsleben zu etablieren und den Kontakt zu anderen Veteranen-Organisationen zu pflegen. Auf dem Programm standen regelmäßige Zusammenkünfte, Ausflüge und der gemeinsame Besuch von Festen.

Die Ablösung der Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg war auch für den "Veteranen-Verein Waldsassen", wie er sich seit 1908 nannte, mit enormen Veränderungen verbunden. Zu den ursprünglichen Vereinsaufgaben kam nun noch die Betreuung ehemaliger Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen.

Parade am Johannisplatz

Ein großes Ereignis für die Kriegervereine der Region war der Besuch des hochverehrten Bayerischen Kronprinzen Rupprecht am 30. Mai 1931 in Waldsassen. Die Mitglieder traten in ihren Uniformen und mit ihren Orden am Johannisplatz an. Nach dem offiziellen Teil ließ sich der Kronprinz die alten Kameraden vorstellen und gab sich leutselig. Mit einer Parade vor dem Gast und seinem Gefolge endete der Besuch.
Die Gleichschaltung aller Vereine im Dritten Reich und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brachten das Vereinsleben zum Erliegen. Nachdem sich mit der Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 die politischen Verhältnisse wieder einigermaßen normalisiert hatten, konnte an die Wiedergründung der Kriegervereine gedacht werden. Am 30. Mai 1954 erfolgte, anknüpfend an die Tradition dreier vor dem Krieg existierender Brudervereine, die Wiedergründung des früheren Veteranen-Vereins als "Veteranen- und Soldatenkameradschaft Waldsassen" unter dem "Kyffhäuserbund" als Dachverband. Viele Festlichkeiten und Ausflüge prägten die kommenden Jahre. Anlässlich des 90-jährigen Bestehens, das mit einem Gottesdienst, einer Kranzniederlegung und einem gemütlichem Beisammensein gefeiert wurde, benannte sich der Verein in "Soldatenkameradschaft 1883 Waldsassen" um.

Neues Kriegerdenkmal

Zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs initiierte der Verein die Schaffung eines neuen Kriegerdenkmals. Nachdem die Finanzierung durch namhafte Spenden gesichert war,konnte das Bauwerk errichtet werden. Die Feierstunde mit kirchlicher Segnung fand am 19. November 1961 statt.
In den folgenden Jahren wuchs die Kameradschaft stetig weiter. 1989 wurde eine Schießgruppe gegründet. Nachdem einige Kameraden bis dahin im Gebäude des Gasthofes Schmid-Papierer bereits das Luftgewehrschießen ausgeübt hatten, konnten sie nun auf der Anlage der Schützengesellschaft Waldsassen auch mit scharfen Waffen trainieren.

Ihr Können zeigten sie fortan bei Kreis-, Landes- und Bundesschießen des Kyffhäuserbundes und des Deutschen Soldatenbundes. Bis heute konnten viele Siege bei Vergleichswettbewerben auf Landes- und Bundesebene verbucht werden. Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender der Kameradschaft zählten lange Zeit mehrtägige Ausflugsfahrten. So ging es quer durch Deutschland, nach Österreich, Luxemburg, Ungarn und Italien.

Seit der Wiedergründung im Jahr 1954 ist es nur wenige Male zu Wechseln an der Spitze des Vereins gekommen. Nach Christof Klinger(1954 bis 1957), Franz Schnurrer (1957 bis 1977), Otto Tischler (1977 bis 1983), Alfred Meyer (1983 bis 2007) und Franz Sölch (2007 bis 2013) übernahm Gerhard Franke das Amt des Vorsitzenden.

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