29.08.2014 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

UWV stellt Antrag an den Stadtrat: Waldsassen soll "Fairtrade-Town" werden Engagement für Fairen Handel

Für einen gerechteren Welthandel setzt sich die UWV Waldsassen ein: Die unabhängige Gruppierung will erreichen, dass sich die Klosterstadt in eine sogenannte "Fairtrade-Stadt" verwandelt. Dazu hat sie einen Antrag an den Stadtrat gestellt.

Produkte aus Fairem Handel sollen künftig in Waldsassen weite Verbreitung finden. Die UWV fordert, dass sich die Stadt als "Fairtrade-Town" zertifizieren lässt. Archivbild: dpa
von Udo Lanz Kontakt Profil

"Durchführung eines Bewerbungsverfahrens zur Zertifizierung von Waldsassen als Fairtrade-Town" lautet die Forderung der UWV wörtlich, die selbst nicht im Stadtrat vertreten ist. Sie begründet den Schritt damit, dass es sich dabei um eine weltweit sehr erfolgreiche Aktion handle. Über 1000 Teilnehmer in 23 Ländern, darunter nicht nur Städte, sondern auch Gemeinden und Landkreise, seien bereits entsprechend ausgezeichnet worden.

"Dieses Prädikat steht einer Kommune gut zu Gesicht. Dadurch wird deren Weltoffenheit und globale Verantwortungsbereitschaft zum Ausdruck gebracht", heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Fairtrade-Town zu werden, setzt ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt.

Und der Weg dorthin macht Spaß. Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus, entwickeln ein ,Wir-Gefühl', werden gemeinsam aktiv und arbeiten daran, dass der Faire Handel auch in Deutschland bekannter wird. Damit tragen wir alle dazu bei, dass sich die Lebensgrundlage der häufig unterprivilegierten Menschen weltweit entscheidend verbessert. Mit diesem Anspruch wird die Philosophie des Fairen Handels treffend zum Ausdruck gebracht."

Fünf Kriterien

Konsumenten profitierten von der guten Qualität der Fairtrade-Produkte, die mit großer Sorgfalt pestizidfrei hergestellt würden, ausgezeichnet schmeckten und auch nicht mit lokalen Produkten in Konkurrenz träten, wie die UWV zusätzlich betont. Um den Titel "Fairtrade-Town" zu erhalten, müsse eine Kommune fünf Kriterien erfüllen:

Beschluss des Stadtrates, den Titel "Fairtrade-Stadt" anzustreben und bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtrates Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel zu verwenden.

Bildung einer Steuerungsgruppe, die alle Aktivitäten auf dem Weg zur "Fairtrade-Stadt" vor Ort koordiniert.

In lokalen Einzelhandelsgeschäften und in Gastronomiebetrieben in Waldsassen sollen jeweils zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten werden.

In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen sollen zumindest teilweise Fairtrade-Produkte verwendet werden und es sollten dort Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel durchgeführt werden.

Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur "Fairtrade-Stadt".

2. Bürgermeister Karlheinz Hoyer, der aktuell den im Urlaub weilenden Bernd Sommer vertritt, teilte am Freitag auf NT-Anfrage mit, dass bislang noch keine Entscheidung vorliege, ob und wann der Antrag im Stadtrat behandelt wird. "Ich möchte dem Bürgermeister nicht vorgreifen", erklärte Hoyer. Zum Inhalt des Antrags wollte sich Hoyer zu diesem Zeitpunkt nicht äußern.

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