01.03.2010 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Vor 130 Jahren zerstörte ein Feuer die Kapplkirche - Dach und Türme in Flammen Die Glocken waren gut versichert

von Autor TMLProfil

Es muss ein schauerlicher Eindruck gewesen sein, als am Mittwoch, den 3. März 1880 morgens um 3 Uhr bei einem heftigen Sturmwind das Feuer vom brennenden Kapplwirts-Anwesen auf die Kappl selbst übersprang.

Zunächst fanden die Flammen im Schindeldach des Umganges Nahrung. Durch die aufwärts züngelnden Flammen wurden wenig später auch das Dach und die drei großen und kleinen Türme erfasst, so dass alsbald das gesamte Dach mit den Türmen in hellen Flammen stand.Die Waldsassener Feuerwehr und beherzte Männer aus Münchenreuth rückten zwar an, konnten aber dem Brand beim Mangel an Wasser und Löschgerät kaum beikommen.

Eine große Sorge bildete dabei die Gefahr, dass die brennenden und zusammenstürzenden Balken von Dach und Türmen das Gewölbe durchschlagen könnten und die Kirche dadurch vollends zerstört würde. Doch das Gewölbe hielt stand, sodass es nicht zum Schlimmsten kam. Auch der damalige Pfarrer Wolfgang Wildenauer (1839 - 1884) war herbeigeeilt, um wenigstens das Allerheiligste aus der Kirche zu retten. Mittlerweile war das Feuer nämlich auch schon in die Kirche eingedrungen und hatte hier die Orgel, den Blasbalg, die Türe zur Paramentenkammer im Turm, einen Altar sowie einen Beichtstuhl entzündet.
Als dann Pfarrer Wildenauer beim Wegtragen der Gefäße die Kirche dem Schutz der allerheiligsten Dreifaltigkeit empfohlen hatte, muss sich ein kleines Wunder, ereignet haben, indem der Brand im Inneren Kirche nach kurzer Zeit von selbst erlosch. Die angebrannte Türe im Turmaufgang hat sich jedoch bis heute erhalten! Durch den Brand der Türme waren leider auch die drei Glocken auf wenige Klumpen zerschmolzen. Da aber das Geläute gut versichert war, konnte es durch drei neue Glocken aus der Gießerei Spannagl in Regensburg, für etwa 5000 Mark mühelos ersetzt werden.

Um nach dem Brand der Kappl weitere Schäden doch in Grenzen zu halten, gingen beauftragte Arbeiter schon am 4. März daran, Schutt und Asche auf dem noch warmen Gewölbe abzuräumen und schon wenige Tage darauf zimmerten 20 - 30 Handwerker am Bauholz für den Dachstuhl, "das christliche Wohltätigkeit herbeigeschafft hatte", so der zeitgenössische Bericht. Obgleich ein Teil des Holzes gestiftet worden war, musste man für die restliche Menge aber immer noch 6272 Mark aufbringen, zuzüglich 6194 Mark an Lohnkosten für die Zimmerleute.

Beim Brand war leider auch ein Teil des Dachgesimses herabgestürzt und hatte den Umgang beschädigt. Ein weiterer Teil löste sich dann beim Auflegen der Lagerbalken "unter grässlichem, bis nach Waldsassen gehörtem Krachen".

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