18.09.2009 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Vor 40 Jahren erhob der Vatikan die Waldsassener Stiftskirche zur "päpstlichen Basilika" Frohe Kunde aus Rom per Telefon

von Autor TMLProfil

40 Jahre ist es her, seit die Waldsassener Stiftskirche den Titel "päpstliche Basilika" erhalten hat. Schon unter Stadtpfarrer Josef Wiesnet war im Herbst 1958 der Gedanke laut geworden, angesichts der hohen kunstgeschichtlichen Bedeutung der Kirche, der geistvollen Ausstrahlung und der bedeutsamen Tradition des Gotteshauses eine solche Titel-Verleihung bei den zuständigen kirchlichen Stellen zu erreichen. Doch widrige Umstände hatten zunächst einen Erfolg verhindert.

So setzten unter Prälat Martin Rohrmeier 1963 und 1968 erneute Bemühungen ein, die hohe Würdigung doch noch zu erhalten. Bereits am 7. August 1967 hatte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Konrad Bafile, das Kloster und die Stiftskirche besucht und sich über die Seelsorgeverhältnisse im Stiftland unterrichtet. Dabei zeigte er sich vom Bibliothekssaal und von der Kirche tief beeindruckt. So hoffte man nun auf eine weitere positive Entwicklung.

Wie ein Lauffeuer

Im September 1969 war es dann soweit, dass unter dem damaligen Papst Paul VI. die zuständige Stelle im Vatikan der Bitte entsprach und die Stiftskirche mit Wirkung vom 15. September 1969 in den Rang einer "Päpstlichen Basilika Minor" erhoben wurde. Prälat Rohrmeier erhielt am 20. September 1969 telefonisch aus Rom die frohe Nachricht, die sich dann innerhalb kurzer Zeit wie ein Lauffeuer verbreitete.
Damit verfügte das Bistum Regensburg nun über drei Basiliken "minores". Mit der Auszeichnung sind bestimmte Vorrechte verbunden, etwa die Verwendung des päpstlichen Wappens über dem Kirchenportal, in den Kirchenfahnen und im Siegel der Pfarrei. Kaum war das päpstliche Breve aus Rom eingetroffen, ging ein rasch gebildeter Ausschuss daran, alle nötigen Festvorbereitungen zu treffen. Die Einstimmung begann mit einer Volksmission vom 7. bis zum 23. November 1969. Die eigentliche Feier folgte dann am Sonntag, 23. November. Viele Ehrengäste hatten sich dazu eingefunden, an der Spitze der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Graber, der Zisterzienser-Generalabt Dr. Sighard Kleiner aus Rom, der bayerische Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel und Regierungspräsident Dr. Ernst Emmerig. Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Basilikachor und dem Hofer Symphonie-Orchester unter der Leitung von Anton Zimmert. Am Nachmittag fand noch ein großes Konzert statt.

Wappen aus Bronze


Nach der kirchlichen Feier trafen sich die Geistlichen im Kloster und die übrigen Ehrengäste im Altenheim St. Martin zum Mittagessen. Am frühen Nachmittag folgte eine Kundgebung mit Dr. Ernst Emmerig und Landrat Otto Freundl im Jugendheim, bei der die beiden dem bayerischen Ministerpräsidenten die Sorgen und Nöte der Grenzland-Gemeinden vortrugen. Wenige Tage zuvor hatte man über dem Kirchenportal das in Bronze gegossene päpstliche Wappen angebracht, das von der Stadt Waldsassen gestiftet und von Bildhauer Günther Rossow aus Wunsiedel modelliert worden war.

Audienz beim Papst

Nach dem Fest rüsteten sich im Frühjahr 1970 die Stadt und die Pfarrei Waldsassen, um dem Heiligen Vater mit einer Rom-Wallfahrt für die Basilika-Erhebung zu danken. An der Fahrt im Mai 1970 beteiligten sich rund 250 Gläubige. Auf Vermittlung des Regensburger Bischofs erhielten die Waldsassener am 20. Mai eine Sonderaudienz, wobei auch Geschenke und eine Spende für wohltätige Zwecke überreicht wurden.
In den Folgejahren ist der mit der Basilika-Erhebung verbundene geistliche Auftrag stets realisiert worden. Dazu zählen die lebendige Feier der Liturgie ebenso wie der Einsatz des Basilika-Chors, die Konzertreihe und die Fernseh-Gottesdienste. Zum guten Ruf beigetragen haben auch all die Feiern von Kirche, Pfarrei und Kloster in den vergangenen 40 Jahren, wobei man hofft, dem "Basilika-Status" zur höheren Ehre Gottes auch künftig gerecht zu werden.

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