14.08.2009 - 00:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Zeppelin-Landung in der Nachbarstadt Eger vor fast genau 70 Jahren ein seltenes und ... Tief beeindruckt von majestätischem Erlebnis

von Autor TMLProfil

Auf dem Flugplatz in Waldsassens Nachbarstadt Eger vollzog sich vor genau 70 Jahren ein spannendes Ereignis: Schätzungsweise 120 000 Menschen waren am 13. August 1939 dabei, als bei einem Großflugtag das legendäre Luftschiff LZ 130 "Graf Zeppelin" landete.

Schon Wochen zuvor war das seltene Großereignis in der örtlichen Presse umfassend angekündigt worden. Es handelte sich um die erste Zeppelin-Landung im Sudetengau. Der war bekanntlich erst im Herbst 1938 zum Deutschen Reich gekommen. Schon im Juli und August 1939 waren alle technischen und organisatorischen Vorbereitungen getroffen worden.

Sonderzüge und -busse

Da beim vorausgegangenen Besuch des Zeppelin in Leipzig etwa 120 000 Menschen zusammen gekommen waren, wurde auch in Eger mit einer solchen Menge gerechnet. Dazu wurde die Werbetrommel kräftig gerührt. Aus allen Richtungen sollten Sonderzüge und Sonderbusse mit Schaulustigen eintreffen. Am 13. August 1939 war es dann soweit. Die Massen ließen sich nicht mehr halten und strömten herbei. Der Eintritt am Flugplatz kostete 1,50 RM, für Kinder 80 Pfennig. Schon einige Tage zuvor war Kapitän Wittemann als Landeleiter in Eger eingetroffen, um letzte Anweisungen zu geben. Mittags um 12 Uhr begann das Festspiel "Wilhelm Tell".

Kunstflüge und Konzert

Anschließend folgten auf dem Flugplatz Kunstflüge, ein Konzert der Fliegerhorstkapelle Eger, fliegerische Vorführungen der Luftwaffe und des nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) und abschließend aus 800 Metern Höhe ein Fallschirmabsprung des NSFK-Rottenführers Hannes Gailer aus Amberg. Und dann kam der Höhepunkt des Tages: die Zeppelin-Landung: Der neue Oberbürgermeister von Eger Dr. Siegbert Schneider und Flugkapitän Sammt freuten sich, dass diese grandiose deutsch-völkische Flugveranstaltung auf diesem Platz stattfinden konnte.

Nach dem Start des Luftschiffs drängte der Menschenstrom den Ausgängen zu. Dabei kam es auf dem Bahnhof und auf den Straßen und Parkplätzen zu langen Trauben und Wartezeiten, wobei sich der Stau nur langsam auflöste. Doch war man allseits tief beeindruckt von dem majestätischen Erlebnis.

Von Frankfurt hatte das Luftschiff zahlreiche Briefe und Postkarten nach Eger mitgebracht, die zwei entsprechende Sonderstempel erhielten und den Zusatz trugen: "Mit Luftschiff LZ 130 Graf Zeppelin". In Sammlerkreisen haben sich die Dokumente bis heute erhalten. Schon rund zwei Wochen später kam es zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, worauf die Zeppelin-Landung in Eger in Vergessenheit geriet. (Hintergrund)

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