24.08.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Konfrontation mit Klingelbeutel

Mit dem Klingelbeutel sammelt die KAB bei den Bundestagskandidaten gegen Altersarmut. Karl Meier, Bundestagskandidat der Freien Wähler, stellte sich im Waldsassener Pfarrheim den Fragen zu diesem Thema.

Auf Einladung des KAB-Kreisverbandes Stiftland, Kemnath und Marktredwitz nahm Freie-Wähler-Bundestagskandidat Karl Meier (Siebter von links) Stellung zum Thema Altersarmut. Bild: exb
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Der Klingelbeutel soll die Kandidaten für den nächsten Bundestag dazu animieren, über Altersarmut in der Gesellschaft zu diskutieren und zugleich für das Rentenmodell der KAB zu werben. Wer heute 2000 Euro brutto im Monat verdient, sei nach 40 Arbeitsjahren im Alter auf Grundsicherung angewiesen - dies könne niemand wollen, so die KAB. Mit dieser Aussage auf dem Klingelbeutel konfrontierten die Verantwortlichen aus dem KAB-Kreisverband Stiftland, Kemnath und Marktredwitz den FW-Kandidaten.

Karl Meier bestätigte, dass mit dem derzeitigen Mindestlohn niemand für das Alter zusätzlich vorsorgen könne. "Bis 1992 gab es den Geringverdiener-Zuschlag, dieser gehört wieder eingeführt", so Meier. "Auch wir, die Freien Wähler, fordern in unserem Wahlprogramm den dritten Punkt in der Rente für die Mütter, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben."

Sockelrente aus Steuern

Diözesansekretär Markus Nickl machte die Rechnung auf, dass bei der Höhe der Löhne, die in der Region bezahlt werden, spätere Rentner automatisch zu Grundsicherungsempfängern degradiert würden. Deswegen fordert die KAB in ihrem Rentenmodell als einen Teil eine steuerfinanzierte Sockelrente in der Höhe des "Soziokulturellen Existenzminimums" in Höhe von 515 Euro monatlich.

Für Karl Meier gäbe es auch andere Alternativen, um die nächste Generation nicht zu belasten und trotzdem dem Soldaritätsgedanken der Rentenversicherung Rechnung zu tragen. Ältere gut situierte Bürger könnten Steuern direkt in einen Rentenfonds einzahlen, um das Einkommen der untersten Rentenschichten über die Grundsicherung hinaus aufzubessern. "Es wäre ein Solidaritätsbeitrag für Menschen, bei denen das Leben finanziell nicht so glücklich verlaufen ist. Besser hier Geld zu investieren als neue Panzer zu kaufen", sagte Meier. Dieser "Steuer-der-Alten-Renten-Topf" könnte zu einem finanziellen Glücksausgleich in der älteren Generation führen.

Lohn für Erziehungsarbeit

Einige Teilnehmer gingen in der Diskussion noch einen Schritt weiter und forderten eine ordentliche Bezahlung von Frauen für Familientätigkeiten. Wenn schon wie in der Schweiz über ein Grundeinkommen abgestimmt wird oder der Chef von Siemens ein Grundeinkommen fordert, so wäre es sinnvoll, über die Erziehungsarbeit von Familien und deren Entlohnung zu diskutieren. Wer hier ansetze, könne viele Probleme lösen, hieß es aus der Runde. Auch gehöre die Beitragsbemessungsgrenze abgeschafft.

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