Mehr als 1000 Demonstranten sind sich einig
"Lkw-Transit muss raus"

Nach dem Marsch durch die Innenstadt versammelten sich die Demonstranten auf dem Johannisplatz zu einer Kundgebung. Mit so vielen Teilnehmern hatte Karlheinz Hoyer (links am Rednerpult) nicht gerechnet. Bild: kdi (Foto: kdi)
Politik
Waldsassen
21.04.2017
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Die Fahrzeugkolonne staute sich zeitweise bis zum Ortsschild von Waldsassen zurück. Den Verkehr aus Richtung Mitterteich leiteten Polizei und Feuerwehr weitgehend über die Konnersreuther Straße um. Bild: lnz

"Diese Schlaumeier aus München und Berlin sollten erleben, was es heißt, wenn das ganze Haus vibriert", redete sich Peter Preisinger in Rage. Vorbei sei nun die Zeit des Bittens, wonach der Transitverkehr aus Waldsassen verlegt werden möge. "Das ist jetzt eine massive Forderung."

Geschätzt mehr als 1000 Zuhörer stimmten dem Redner, dessen Wohnhaus nur einen Meter von der Bundesstraße entfernt steht, lautstark zu - mit Beifall, unterstützt mit Trillerpfeifen und Rasseln und Ratschen. Die Kundgebung am Johannisplatz am Freitagnachmittag war der Abschluss der Großdemo, mit der ein Signal gesetzt werden sollte nach München und Berlin - gegen die unerträgliche Verkehrsbelastung durch den Lkw-Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße durch Waldsassen.

Viele Transparente

"Attacke!" rief Initiator Karlheinz Hoyer, als sich der Demonstrationszug eine Stunde zuvor vom Busbahnhof aus in Richtung Prinz-Ludwig- und Egerer Straße startete - an der Spitze ein Polizeiauto, dann eine Trommlergruppe: Junge Musiker der Stadtkapelle gaben den Takt vor. "Wenn wir gebraucht werden, sind wir da", sagte Dirigent Franz Bartl, der die Buben begleitete. Mit dabei Familien mit kleinen Kindern; viele haben Transparente mitgebracht. Der Tenor der Aussagen glich den Parolen, mit denen Markus Scharnagl über Lautsprecher die vielen Teilnehmer bei Laune hielt. "Es ist ein Graus, der Lkw-Transitverkehr muss raus", schallte es immer wieder durch die Innenstadt.

Auffallend die Transparente und Schilder, die Mitglieder der Bürgeraktion "Mitmachen lohnt" dabei hatten. Sie fielen, verteilt auf die gesamte Länge des Zuges, durch das von den Aufklebern bekannte "Stopp"-Motiv auf, außerdem durch deutliche Aussagen gegen die Bundesstraßen-Verlegung auf die sogenannte Regionaltrasse. "Bahntrasse nein", hieß es etwa.

Schätzungen beim Start des Zuges gingen noch gut 500 Teilnehmern aus. "Aber es kamen immer mehr dazu", wusste Reinhold Schreyer, Leiter der Polizeiinspektion. Die Beamten sowie Helfer der Feuerwehr sicherten den Zug ab. Der Verkehr aus Eger/Cheb war gleich in Richtung Schirnding umgeleitet worden; aus Richtung Mitterteich staute sich der Verkehr in der Mitterteicher Straße bis zum Ortsende zurück. Auf die Behinderungen war über Verkehrsdurchsagen im Radio aufmerksam gemacht worden.

Stolzer Bürgermeister

"Ich bin wahnsinnig stolz auf Sie", sagte Bürgermeister Bernd Sommer bei der Kundgebung über die großartige Resonanz und kündigte an, nun nicht mehr nachgeben zu wollen, bis eine Lösung erzielt ist. "Wenn Tschiberl ruft kommen die Leute", lobte Dr. Wolfgang Fortelny Hoyers Engagement. Der Arzt mit der Praxis direkt an der Bundesstraße riet zu Lkw-Geschwindigkeits- und Gewichtskontrollen, bis der Schwerlastverkehr von selbst Waldsassen meidet. Walter Kutschker, Facharzt in der Reha-Klinik, verwies auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lärm und Dreck. Den Patienten bliebe der Schwerverkehr am Haus vorbei in schlechter Erinnerung. Die Dauer der Planungen für eine Bundesstraßen-Verlegung sei ein Skandal.
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